Donnerstag, 29. Januar 2015

Karotten-Bandnudeln in Feta-Balsamico-Soße

Hier eines meiner liebsten vegetarischen Rezepte!

Zubereitungszeit ca. 15 min
Zutaten für 2 normalhungrige Personen:

1 große Karotte (oder 2-3 kleine)
1 Hand voll Grüne Bohnen (am besten frisch)
1 Zwiebel
1 Hand voll Cashew-Kerne
Für die Soße (ala Wurzl):
1/4 Päckchen Fetakäse
2-3 Schnapsgläschen Balsamico-Essig
1 Schuss Olivenöl
Pfeffer, Thymian

Wenn die Grünen Bohnen nicht Tiefkühlware sondern frisch sind, setze Wasser auf. Bis es kocht, wäschst Du die Karotte und nimmst einen Sparschäler zur Hand. Schäle die Karotte immer wieder der Länge nach ab, bis nichts mehr übrig bleibt als ein kurzer Stumpf (den mümmelst du nach alter Mümmelmannmanier einfach weg!), siehe Foto:
Wie man Karotten bandnudeltWenn das Wasser kocht, wirf die Bohnen rein und lass sie etwa 5 min drin. Dann holst Du die Bohnen wieder raus und sorgst dafür, dass sie sich ordentlich abkühlen, entweder unter laufenden kalten Wasser oder indem du eine Schüssel mit Eiswasser bereitstellst. Dann bleiben sie schön giftgrün Smiley
Die Zwiebel schnippelst du in Würfel.
Getrennt von dem Gemüse schnippelst du den Feta in feine Scheiben oder Würfel.

Gib einen Schuss Öl in eine Pfanne. Sobald das Öl heiß genug ist (läuft in Ölinseln zusammen) wirfst du das eben geschnippelte Gemüse und deine Hand voll Cashewkerne hinzu und drehst die Hitze etwas ab. Sorge dafür, dass alle mal etwas Hitze bekommt.
Nach spätestens 5 Minuten machst Du eine Ecke der Pfanne frei, gibst gegebenenfalls nochmal ein bisschen Öl hinzu und legst die Fetascheiben hinein. Sobald sie sich zu lösen beginnen, unter ständigem Verrühren des Käses, gibst du den Balsamico hinzu. Der Käse soll nicht darin schwimmen sondern sich damit verbinden – dementsprechend mit dem Zugeben aufhören oder Nachschlag geben. Nicht von den Essigdämpfen ablenken lassen!

Wenn eine schöne Vollmilch-braune, sämige Soße entstanden ist, vermischst Du sie gleichmäßig mit dem Gemüse.

Richte das Ganze auf einem Teller an und bestreue es mit Pfeffer und Thymian.

Guten Appetit!

Karottenbandnudeln

Geschmack:

Das Gericht kommt völlig ohne die Zugabe von Salz aus, die bringt der Feta mit. Der Balsamico verleiht dem Ganzen eine angenehme, fruchtige Säure. Die Karotten und Bohnen schmecken angenehm süß und die Zwiebeln machen das ganze in Verbindung mit dem Käse auch noch umami-herzhaft.
Gerade wegen diesem letzten Aspekt ist es auch ein gutes Einsteiger-Gericht für Leute, die sich vom Fleisch auf dem Speiseplan verabschieden wollen. Konsistenz und Geschmack machen auch ohne Fleischbeigabe zufrieden und satt Zwinkerndes Smiley.

Wem das trotzdem nicht reicht und wem das relativ egal ist: Chorizo in Würfeln schmeckt auch ausgezeichnet dazu! Einfach beim Anbraten mit dazu.

Montag, 26. Januar 2015

Pflanzen-Immunsystem

Bei Pflanzen gibt es keine Armada von Zellen, die einzig und allein darauf spezialisiert sind, den gesamten Organismus vor Angriffen parasitischer und sonstig gearteter Krankheitserreger zu beschützen. Im Reich der Pflanzen ist jede Zelle selbst dafür verantwortlich, dass ihre Nachbarzellen oder der Rest der Pflanze nicht von feindlichen Organismen überrannt wird.
Die pflanzliche Abwehr kann in zwei miteinander verknüpfte Abwehrstrategien eingeteilt werden:
1. Verteidigungslinie: Direkte Erkennung von und Antwort auf Moleküle, die der Krankheitserreger zwangsläufig der Pflanzenzelle enthüllt
2.  Verteidiungslinie: Erkennung von und Antwort auf Virulenzfaktoren, die die erste Verteidigungslinie umgehen wollen.

Jetzt tauchen wir in die Details ein.
Orange: Angriff
Grün: Verteidigung

Begriffe:

PAMP/MAMP:
kurz für Pathogen Associated Molecular Pattern / Microbe Associated Molecular Pattern. PAMPS/MAMPS sind Strukturen von Krankheitserregern (u.a.) die von PRRs erkannt werden können. Das können “Zellwandpolysaccharide, Peptidoglycane, Lipopolysaccharide, Chitin, beta-Glucane,[2]” Peptide oder Proteine sein.. Es gibt außerdem noch DAMPs (“damage”), bei zerstörerischen Aktivitäten anfallende Bruchstücke. Häufige PAMPs sind das Flagellinprotein flg22 und ein Kälteschockprotein namens EF-Tu.  [1]

PRR:
kurz für (transmembrane) Pattern Recognition Receptors. Membranständige PRRs erkennen bestimmte PAMPs/MAMPs, weitere PRRs wie NB-LRRs liegen zellintern vor und erkennen vor allem Effektoren. Am erfolgreichsten sind PRRs, die MAMPs oder PAMPs von Strukturen erkennen, die sich im Lauf der Evolution nur langsam ändern. Ein Beispiel hierfür ist das Protein Flagellin. Es ist ein Grundbestandteil der mikrobiellen Geißel. Mikroben können es nur begrenzt abändern ohne die Funktionalität ihrer Geißel einzuschränken. Wenn PRRs ein Ziel finden, lösen sie eine Signalkaskade aus, die verschiedene Abwehrreaktionen hervorruft wie z.B. ein Verdicken der Zellwand, um dem Pathogen das Eindringen in die Zelle zu erschweren.[1]

PTI:
kurz für Plant Triggered Immunity. Es handelt sich also um die bei den PRRs erwähnten Abwehrreaktionen der Pflanze. Interessanterweise ist diese Abwehr nicht unbedingt spezifisch gegen ausschließlich den Erreger, der zuerst angegriffen hat. Werden PAMPs wie flg22 von PRRs wie FLS2 erkannt, werden über eine Signalkaskade beim Modellorganismus Arabidopsis thaliana ~1100 verschiedene Gene aktiviert, u.a. auch ein PRR-Gen namens EFR (schränkt übrigens die Transformationsrate durch Agrobacterium tumefaciens ein), welches das PAMP EF-Tu erkennt . Wenn dieses PAMP vorhanden ist, werden allerdings zu einem großen Anteil dieselben Gene aktiviert! Im großen und ganzen lösen also viele verschieden PAMP-PRR-Interaktionen dieselbe Antwort aus.[1]

Effektor:
oder Virulenzfaktoren (codiert von Avirulenz-Genen) verhindern, dass PRRs entweder ihr Ziel finden oder eine Signalkaskade einleiten können oder aber sie greifen später in die Signalkaskade ein und verhindern somit, dass die Pflanze Abwehrreaktionen einleitet. Sie verhindern also im ganzen eine PTI.[1]

ETS:
kurz für Effector Triggered Susceptility. Der Effektor hat die PTI verhindert, die Pflanze bleibt daher anfällig gegenüber angreifenden Pathogenen.[1]

NB-LRR:
kurz für Nucleotid-Binding Leucine-Rich-Repeats. NB-LRRs erinnern stark an
NOD-Proteine aus dem tierischen Immunsystem. Sie besitzen eine hohe Diversität, die gewährleisten soll, die sich u.a. rapide an die Wirtspflanze angepassten Effektoren bzw. ihr Eingreifen in die Immunantwort zu erkennen. Sie lösen bei Erkennung eines Effektors oder eines Effekts durch den Effektor ETI aus. [1]

ETI:
kurz für Effector Triggered Immunity. ETI stellt eine amplifizierte PTI dar und löst u.a. auch eine Hypersensitive Antwort (HR, absterben der befallenen Zelle und des umliegenden Gewebes um eine Ausbreitung des Erregers aufzuhalten) aus.[1]

Zickzack-Modell:

1.PAMPs/MAMPs werden von PRRs erkannt und lösen eine PTI aus.
2. Das Pathogen sendet Effektoren aus, um die PTI zu unterbinden. Eine unterbundene PTI wird dann ETS genannt.
3. Die Effektoren werden direkt oder indirekt von NB-LRRs erkannt und lösen ETI aus.
4. Das Pathogen verändert seine Effektoren und bewirkt so wieder ETS.
5. Die Pflanze verändert ihre NB-LRRs und löst wiederum ETI aus. usw.usf. “Zickzack”

Zickzack-ModellBild aus “The plant immune system”, Jonathan D. G. Jones1 & Jeffery L. Dangl [1]

RLPs:
kurz für Receptor Like Proteins. Besitzen eine Typ I Transmembrandomäne und eine LRR-Ectodomäne (also eine nach außen zeigende Rezeptordomäne) aber keine Kinasedomäne![1]

Toxine:
schwächen oder töten die Wirtspflanze. Manche Pilze, z.B. Cochliobulus carbonum stellen wirtsspezifische Toxine her, so dass u.a. verschiedene Stämme derselben Art verschiedene Pflanzen befallen. Vergleicht man Stämme, die Toxine produzieren mit solchen, die dies nicht tun, fällt auf, dass die Toxin-produzierenden größere Genome aufweisen. An den Loci, an denen Gene zur Produktion eines Toxins sitzen, weißen diese Stämme meist mehrere Genduplikate auf. Genduplikate können sich evolutiv voneinander diversifizieren und so zur Bildung neuer Toxine führen. Auch Chromosom-Neuordnungen können geschehen und ähnliche Auswirkungen haben. Innerhalb der Arten oder Gattungen können unter den richtigen Bedingungen neue Toxine via horizontalem Gentransfer verbreitet werden.[3]
Manche Mycotoxine sind so giftig, dass sie nicht einmal der Pilz selbst verträgt. Das ist z.B. bei Trichothecenen (u.a. bei Fusarium sporotrichoides) der Fall. Diese stören die Proteinbiosynthese bei Eukaryoten, zu denen auch Pilze gehören. Damit es nicht zu Schäden kommt, hat sich eine Effluxpumpe entwickelt, die das Toxin aus der Pilzzelle transportiert. Sowohl die Gene, die zur Herstellung von Toxinen notwendig sind als auch solche, die sie u.U. exportieren sollen, kommen im Genom in Clustern vor, was man sich in der Forschung zunutze machen kann. [4]

Zellwände auflösen
Bevor Pilze überhaupt erst eine Pflanzenzelle anzapfen können, müssen sie erst einmal die erste Barriere überwinden: Die Zellwand
Xylanasen:
Xylane sind Hemizellulosen und zwar bei allen Pflanzen aber besonders häufig in den Zellwänden von Gräsern (Nutzpflanzen!) anzutreffen. Werden Sie von einem Pilz mit Xylanasen abgebaut, führt das zu Nekrosen, Nährsalzausfluss und Synthese von PR-Proteinen. Allerdings beginnt der Pilz erst dann mit der Synthese von Xylanasen, wenn er keine Saccharose zur Verfügung hat. Im Genom existieren mehrere für Xylanasen codierende Gene, die alle unter anderen Bedinungen exprimiert werden. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, ob eine von ihnen tatsächlich essentiel für Pathogenität ist.

Quellen:

  • [1] The plant immune system - Review
    Jonathan D. G. Jones1 & Jeffery L. Dangl
    Vol 444 16 November 2006 doi:10.1038/nature05286
  • [2] Allgemeine und molekulare Botanik
    Weiler, Nover, Nultsch
  • [3] Chromosomal Organizatop of TOX2, a complex locus controlling host-selective toxin biosynthesis in Cochliobolus carbonum
    Joong-Hoon Ahn and Jonathan D. Walton
    The Plant Cell, Vol. 8, 887-897, May 1996
  • [4] TRI12, a trichothecene efflux pump from Fusarium sporotrichioides: gene isolation and expression in yeast
    N. J. Alexander á S. P. McCormick á T. M. Hohn
    Mol Gen Genet (1999) 261: 977±984
  • [5] Cloning, disruption and expression of two endo-beta-xylanase genes XYL2 and XYL3 from Cochliobolus carbonum
    PATRICIA C. APEL-BIRKHOLD AND JONATHAN D. WALTON
    APPLIED AND ENVIRONMENTAL MICROBIOLOGY, Nov. 1996, p. 4129–4135

Mittwoch, 14. Januar 2015

Tagebuch

Hier schribsel ich jetzt immer so rein, was ich den lieben langen Tag so tu und was ich am nächsten Tag vorhabe. Vielleicht mal mit einem John-Dorian-mäßigen nachdenklichen Teil.

To do Liste: Check:
Büffeln: Ertragsphysiologie 40%
Büffeln: Molekulare Phytopathologie 45%
Büffeln: Selektion in der Pflanzenzüchtung 5%
Büffeln: Nachhaltige Landbewirtschaftung 5%
Schreiben: Molekulare Pflanzenernährung 15%
Spinnen bestimmen 10%
Jeden Tag ein Paper durcharbeiten 100%
Wäsche waschen 0%
Bügeln 100%
Schwimmen gehen 0%
Fleisch loswerden und kein neues mehr kaufen 80%
Krimskrams aus der alten Wohnung aussortieren 0%

Dienstag, 10. Februar 2015

- Frühstück Brötchen halb halb mit Dörraprikosen-Rum-Aufstrich (“Nicht-Süßer-Senf”) und Weiße-Macadamia-Creme, dazu das alltägliche Glas frisch gepresste Orange als Schorle
- Büffelbüffelbüffelgammelbüffel
- Mittag: Rest-Reis von gestern
- Abspülbüffelbüffelbüffel
- Abends schon wieder Wii und schon wieder verbiete ich’s mir.

Montag, 9. Februar 2015

- Frühstück siehe Sonntag
- Büffelbüffelbüffelgammelbüffelbüffel
- Die Wohnung ist zwischendurch gutfrequentiert
- Mampf: Reis mit Karotten-Fenchel-Gemüse und Grünem Curry
- Abends kommt Annika, weil sie in einem ZDF-Krimi als Statist zu sehen ist. Natürlich kommt sie genau dann im Fernsehen, als weder ich noch Axel hinsehen.

Sonntag, 8. Februar 2015

- zum Frühstück gibt es endlich wieder eins meiner Lieblingsbrötchen. Und Avocadobrötchen mit Limburger + die restliche halbe Avocado.
- den restlichen Tag wird gebüffelt. Zwischendurch genehmige ich mir einen Joghurt mit angewärmten Äpfeln und weiße-Schokolade-Raspel
- Abends treffe ich mich mit Beate und Annika zu einem zweiten Mal indisch essen im “House of India” und ich vergesse wieder, darum zu bitten, mein Essen extra scharf zu machen. Hat schon geschmeckt aber war doch wieder eher fad im Vergleich zu dem indischen Essen, was wir immer in Erlangen ohne Extrawünsche im “Bollywood” bekommen.

Samstag, 7. Februar 2015

- morgens erstmal ausgehende Grundnahrungsmittel gekauft. Dann Pfannkuchen gefrühstückt. Restlichen Tag gelernt und Axel zum Thunfischpizza-kaufen geschickt – ich muss meine Heißhungerattacken einmal im Monat in den Griff bekommen!
- abends kommt Besuch und spielt Wii. Ich nehme es als Anlass besonders verbissen zu büffeln (wenn ich unter (eingebildeter) Kontrolle stehe, kann ich das irgendwie besser)

Freitag, 6. Februar 2015

- kann mich nicht mehr erinnern, irgendetwas bestimmtes getan zu haben. Habe wohl mehr oder weniger den ganzen Tag gelernt.
- Abends Heute-Show mit dem fetten “Aus Links mach Rechts”-Patzer geguckt. NeoMagazinRoyal für schlecht befunden

Donnerstag, 5. Februar 2015

- weil ich gestern nichts geschafft hab, hab ich den Wecker auf 6:00 Uhr gestellt. Aufgewacht bin ich davon erst um 6:30 und wie immer mache ich ihn letztendlich doch wieder aus. Wenn ich kein Geld dafür bekomme oder ich mich nicht mit Leuten verabredet habe, dass ich früh wo antanze, klappt’s wohl einfach nicht.
- ich schaffe in ca. 3 Stunden 4 Paper á insgesamt 25 Seiten und fange gerade ein fünftes an, als es zum Schwimmen weitergeht
- irgendwas am Knie klappt komisch und das Schwimmbad ist übelst voll. Ich schaffe 2 oder 3 Bahnen weniger als sonst die letzten Male in derselben Zeit. Im Kinderbecken plärren türkische Jugendliche (natürlich nur Jungs) Allahu Akbar und lassen darauf Arschbomben folgen.
- Nach dem Schwimmen wird eingekauft und zusammen gefuttert (ich: Rest vom winzigen Schnitzel als Geschnetzeltes ala Tina verarbeitet). Da ich vom Schwimmen und schlemmen eh zu müde bin, schaue ich den Film (Gangster Squad) noch mit – mehr schlafend als wach.

Kategorie: Selbstbeweihräucherung – Mein Eigenzitat des Tages:
Das Universum bedrängt mich, mal wieder Momo zu lesen aber ich habe keine Zeit (wie ironisch ist das???)

Mittwoch, 4. Februar 2015

- Nichts ins Tagebuch geschrieben
- Frühstück: den Rest von der gefüllten Paprika
- Weil das mit dem Schnee nicht besser geworden ist, entscheide ich mich dafür mal wieder mit mp3-Player in die Uni zu wandern. Es kommen lauter nostalgische Lieder ohne dass ich sie mir ausgesucht hätte. U.a. das: http://youtu.be/xg9_Lx2AWaE … macht mich sehr traurig als ich an jemand bestimmtes denke.
- Komme zehn Sekunden zu spät zur Vorlesung aber immer noch 5 Sekunden früher als Jens.
- Abends Rückfall in die Fleischeslust (Kreuzweise aber nur einseitig behebbar). Marschiere zur Metzgerei und hole mir ein winzig kleines Schnitzel (Zitat Axel). Zur Neutralisation gibts zur Hälfte des winzig kleinen Schnitzels ein ganzes Pizzaofenblech Gemüse
- Wegen nicht enden wollenden Kopfwehs komme ich wieder nicht weiter mit der Büffelei

Dienstag, 3. Februar 2015

- Nicht ins Tagebuch geschrieben
- Nach einer Woche Zu-hause-eingesperrt-Sein fahre ich wieder mit dem Rad zur Uni. Wie schnell einen Kondition verlassen kann. Bergauf wieder sehr geschnauft. War mir sehr sehr unangenehm. Muss mehr tun, aber hab keine Zeit, muss lernen.
- Auf der Rückfahrt schneit es stark.
- Zu Abend Paprika gefüllt mit Gemüsereis gegessen
- Nachts die Anstalt geguckt und für genial befunden. Außer vielleicht die Aussage von Max Uthoff: “Was ist ein patriotischer Europäer? Ein Autist im Swingerclub” Autist=keine klar von außen erkennbaren sozialen Kontakte?=steht im Swingerclub nur rum? Ich kenn jetzt nur autistische Kinder, weiß der Herr Uthoff besser, was Autisten im Swingerclub so machen? Was will er uns damit sagen?
- Dazwischen: mehr Leere als Lehre

Montag, 2. Februar 2015:

- Gegen halb 8 von Amsi der juvenilen, klopfenden Amsel aufgeweckt worden, wie jeden Tag seit einer Woche an meinem Fenster landet und lautstark den zugegeben knüppelharten Meisenknödel bearbeitet.
- Gegen 9 aufgestanden und Tee angesetzt (2 Beutel Ceylon Assam pro Liter, eine Scheibe Zitrone, 2 EL Zucker, später kommt dann noch der Saft einer halben Zitrone drauf).
- Tagesgewicht: 70,8 yaaay es geht endlich wieder abwärts.
- Frühstück: Eine Scheibe von meinem Fehlkauf-Vollkornbrot mit Limburger und Gorgonzola-Schmelzkäse (halbhalb), dazu ein Zitronenmuffin aus Eigenproduktion, ein Superbowl-Smarties-Keks von Anja und ein köstliches Glas frisch gepressten Blutorangensaftes mit einem Schuss Sprudel und ein halber Liter oben produziertem Eistees (lauwarm). Kann losgehen mit büffeln.
- Musste am Wochenende entdecken, dass mir ein Mitfahrer seinen Kaugummi in die Beifahrertür gepappt hat. Habe dem Verdächtigen eine Nachricht geschickt, dass er das bei zukünftigen Fahrern doch bitte unterlassen soll.
- Noch bevors dunkel wird hab ich vom Schreiben meine ersten Handschmerzen oleole..
- Wenn Kopf zu voll wird Päuschen vor der Glotze bis der Reboot durch ist… dazu eine halbe Packung Käsefondue mit Ciabattabrot.
- Am Ende des Tages etwa als 8 karierte Seiten eng zusammengeschrieben, in lila Tinte.

Kategorie: Meine Lieblingsenglischvokabel (die ich letzte Woche beim Paper lesen gelernt habe):
to jettison - Ballast abwerfen
the jettison - der Seewurf
im Zusammenhang mit einem Gen, das von einem Pilz nicht mehr gebraucht und dann weggeworfen wird.
Englischvokabel des Tages (aus einer englischen Vorlesungsfolie, bei der erst das Wort “radiant flux” auftauchte, was ich mit Strahlungsfluss übersetzt habe):
“radiant beam”  -> Strahlungsstrahl
*thumbs up* ich verstehe durch den Text jetzt viel besser, um was es geht!
Kategorie: Selbstbeweihräucherung – Mein Eigenzitat des Tages:
“Am besten macht sich neben "Das Kapital" eine Goldfolienausgabe von "Mein Kampf", dann ist man ideologisch und intellektuell wieder in der Mitte.” – sozusagen die Beschreibung eines Bücherregals eines CSU-Wählers



Meine Lieblingsenglischvokabel des Tages:

Bin zwischenzeitlich nicht dazu gekommen am Tagebuch zu schreiben. Daher eine kurze Zusammenfassung zur To do-Liste oben dazu:

Alte Wohnung in Fürth leer geräumt.
Schreibtischkalender gekauft, bei der Post!
Für 2015 Naturführungen auf BayernTourNatur angeboten.
Effektiv lernen angefangen. Erste Rückstände häufen sich.
1/2 von 1/3 Kästchen Spinnen bestimmt.
Nochmal schwimmen gewesen und 25 Bahnen in 45min geschafft.
Annikas Geburtstag falsch gemerkt. *mich hau*
Wegen einem bekennenden Leser Wiederaufnahme der Tagebuchschreibtätigkeit.

Sonntag, 18. Januar 2015

- Aufgewacht gegen 9:45, Gewicht: 71,0 kg *grml*
-  Frühstück: Joghurt mit Banane, Muddis eingelegte Kirschen, Walnüssen und Haferflocken, dazu Anjas göttlicher Kirsch-Schokokuchen
- Wäsche gewaschen, weitere Wäsche aussortiert, “Schrank” neu eingeräumt, allzu faltiges Zeug gebügelt. Aussortierte Klamotten ins Auto verlagert bis ich den Altkleidercontainer wiederfinde.
- mindestens 1 Möbel aus der alten Wohnung erfolgreich angepriesen
- mal wieder Probleme mit dem alten Internetanbieter
- Abendessen: Borschtsch mit Sahne-Buchweizen und noch ein Stück von Anjas göttlichen Kirsch-Schokokuchen

Samstag, 17. Januar 2015

- Blasenwecker drückt um 9:30 und lässt sich nicht mehr ignorieren
- um nicht gleich wieder ins Bett zu gehen zwinge ich meinen inneren Schweinehund einen Grün-Pfefferminz-Tee und eine Obstsalat fürs Frühstück herzustellen
- Nachtrag im Tagebuch, dass seit der Übersetzung des Papers nicht mehr aktualisiert worden ist
- Essen gegangen mit Katrin, Tom und Axel in Halle im Brauhaus. Ich und Axel hatten “Lammkuchen”, Tom Flammkuchen mit Gorgonzola und Katrin Schnitzel mit Winterstimmung. Danach sind Katrin und Tom weiter gen Heimat gefahren
- Wii-Abend mit Axels Freunden
- Gelungenen Geburtstagsgruß verschickt

Freitag, 16. Januar 2015

- Der Wecker klingelt um 8:00 Uhr. Ich schlafe bis 8:45.
- Zum Frühstück: Pralinencremebrot, Gemüsesaft (dieses Mal wieder mit dem Ingwer drin in Scheibenform) und 1 Liter schwarzer Tee mit etwas Zucker und einer halben Zitrone in Scheiben – legga!
- Mein heutiger Flechtversuch gelingt! Tinschen geht mal wieder mit Frisur aus dem Haus!
- 10:00 Uhr, Labor Forschungspraktikum Pflanzenernährung (Flüssiger Stickstoff, bitch!- DNA-Extraktion aus Arabidopsis thaliana mit abgelaufenem Kit; PCR trotz mit Nanodrop nicht nachweißbarem Ergebnis; Gel gießen)
- 12:30 Uhr nach Zwischenstopp im PC-Pool um letzte Daten fürs Büffeln abzuholen geht es wieder nach hause, auf dem Weg ganz viele Ideen was ich heute noch so tun könnte
- Mittagessen: Andere Hälfte Lammgraupen mit 1 Zwiebel und 1 Brötchen
- Danach: Idle-mode (versuch zu schlafen, sinnlos im Internet surfen, drüber nachdenken was man denn jetzt Sinnvolles anfangen könnte und es nicht tun, z.B. Videos angucken wie Bügeln geht und dann beschließen dass ich da jetzt keinen Bock drauf habe oder sich SMS für Leute ausdenken und dann garnicht erst schreiben…)
- Auf Arte “Maria, ihm schmeckt’s nicht” geguckt, ganz lustig
- Nachtmahl: Nudeln mit Champignons, Zwiebeln, Speck, Pesto und Käse
- Zum Einschlafen wieder “Überleben ums Verrecken” gelesen und gelernt, dass frau immer eine Stecknadel dabei haben sollte

Donnerstag, 15. Januar 2015

- Um 7:00 Uhr auf 8:00 Uhr, um 8:00 Uhr auf 9:00 Uhr gestellt.
- Frühstück: Eine Tasse Gemüsesaft, Ein Nussplibrot am Schreibtisch, ein 1 cm Kantenlänge-Würfel Ingwer (urks! aber es hilft!) Schwanzmeisen frühstücken neben mir am Fensterast (habe ich mit einer Schnur am Mittelbalken befestigt und mit diversen Sorten Vogelfutter ausgestattet)
IMG_0005- Flechtversuch misslingt =>Pferdeschwanz
- um 9:45 Uhr hektisch zur Uni geradelt und dort festgestellt, das Labor erst morgen ist => wieder nach hause geradelt
- Mit Excel eine Notenschnitt-Tabelle angefertigt.
- 10:30 Uhr: nicht mit Axel und Mörten zum Schwimmen gefahren wegen Vorlesung
- stattdessen: Heft für die Spinnenbestimmung angefangen mit Familienmerkmal-Tafeln (fertig: Linyphiidae (Erigone atra, Oedothorax apicatus), Araneidae, Tetragnathidae, Theridiidae)
- 12:00 Uhr: bemerkt, dass ich vergessen habe, dass jetzt Vorlesung wäre
=> bleibe zuhause und arbeite weiter am Spinnenheft
- Middach: Brot mit Butter und Geräuchertes
- Abends: Halbe Dose Lammgraupen mit 1 Zwiebel und zwei Brötchen
- Übersetze ein Paper in der Blogsoftware. Als ich die erste Seite fertig hab, hör ich auf.

Mittwoch, 14. Januar 2015

- Aufgestanden gegen 9:45 Uhr.
- Gewicht: 70,9 kg
- Frühstück: Brotscheibe mit Butter, Eiersalat und Raclette-Käse
- Anruf bei Nordsaat für Praktikum: Praktikum in der Tasche yay!
- Anruf für Exkursion nach Helgoland: Geduld, Geduld
- Aufgeräumt, Staub gesaugt
- 15 min Workout, Duschen
- Mp3-Player bereichert
- Vorlesung von 14:45 – 18:15 besucht
- Steckregal-Paket ist angekommen, direkt aufgebaut und eingeräumt
- Abendessen: Schüssel Nudeln mit Schmand, Zwiebeln, Champignons, Geräuchertes und Raclettekäse
- ”Wir lassen sie verhungern – Jean Ziegler” und “Überleben ums Verrecken – Rüdiger Nehberg” gelesen.
- Wecker gestellt auf 7:00 Uhr

Montag, 12. Januar 2015

No-Legida-Demo

Ich war heute auf einer Anti-Pegida-Demo in Leipzig.
Hier der Liveticker der LVZ:

http://www.lvz-online.de/nachrichten/aktuell_themen/legida-und-proteste/live-ticker-tausende-zu-legida-aufmarsch-und-gegendemonstrationen-in-leipzig-erwartet/r-legida-und-proteste-a-270042.html

Kurz nachdem wir die ersten Ausläufer des Gegenzuges gefunden hatten tauchten auch schon die ersten geistreichen Plakate auf:

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Teilweise waren diese direkt auf den Rücken geklebt und meistens auch ziemlich humorvoll (Es lebe das Känguru!!!):

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“POGEDA: Potterfans gegen Drogenmissbrauch in Askaban”
”LEGIDA: Lecker Essen Gegen Idiotisierung des Abendlandes”

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Irgendwann kurz nach der Zwischenkundgebung in der Nähe vom Augustusplatz bleibt die Demo schließlich stehen. Aus Gründen haben etwa 50 Leute eine Sitzblockade errichtet und diese wechseln alle paar Minute die Straßenseite. Jedesmal erfolgt der Seitenwechsel unter großem Jubel. Zwischendurch “singt” ein Demonstrant auf einem Pfosten “We will rock you” und stiftet die Menge zu einer rhythmischen Antwort an. Das große Problem in diesem Moment: Der Weg zum Ziel dieser Demonstration am Waldplatz ist sowohl von Polizei, Sitzblockade und wahrscheinlich auch der Legida blockiert.

Irgendwann kommen aus der Richtung der Sitzblockade ein paar als Piratenclowns bekleidete Leute und nehmen eine Menge Leute mit. Der oder die Anführerin der Clowns hat eine interessante Quietschstimme. Nach einiger Überlegung gehen wir hinterher in eine Seitenstraße in der Hoffnung, so zum Waldplatz zu kommen. In der Seitenstraße scheint weniger gut von der Polizei abgeriegelt worden zu sein. Wir glauben, Leute von der Legida-Demonstration sehen zu können und gehen darauf zu (wir wollen nur mal gucken wie solche Leute in Echt aussehen).

Kurz darauf gibt es einen riesigen Knall und Geschrei. Was ist los? Nur ein riesiger Böller oder schlimmeres? Ein wenig Panik greift um sich. Mein kleines Grüppchen fängt an zurückzurennen. Um sie nicht zu verlieren laufe ich hinterher, auch wenn ich mir eigentlich nach fasziniert Starren ist. Aber es war wohl doch die bessere Idee da weg zu kommen.

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Am Ende der Straße steigt Rauch auf und es ertönen Geräusche, die mich ein wenig an den Film “Cloverfield” erinnern. In Wirklichkeit werden Mülleimer und –container umgestoßen und angezündet. Bald kriecht der giftige Rauch auf uns zu. Polizeibusse rücken an, tun aber nichts außer bald umzukehren. In einer Seitengasse ertönen via Megaphon Informationen, wie man von hier aus noch zur Endkundgebung kommt. Es wurde sogar ein Infotelefon eingerichtet. Man könne aber auch noch an anderer Stelle “Unterstützung” gegen die Legida leisten. Wir beschließen, dass wir jetzt nicht unbedingt ausreichend pyromanisch, aggressiv oder sonstig kriminell veranlagt sind und treten den Rückzug an.

Es reicht, dass wir bis zu einem gewissen Punkt friedlich über zehn mal so viele Gegendemonstranten aufgetrieben hat. Das ist ein Statement!
Schade, dass so viele Leute immer noch ihre Argumente nur über die Faust geltend machen können (ich weiß aber nicht, wer da nun was angefangen hat).

Peace!

Tinschen

Freitag, 9. Januar 2015

Photoflash–Winterstimmung

Ich erfreu euch mal wieder mit ein paar Bildern. Ohne viel Gesabbel. Viel Spaß!

Kugel

Habe zuhause die Kamera in die Hand genommen und den verschneiten Garten meiner Eltern ins Visier genommen.

Fischteich

Vom Gartenteich kündet nur noch symbolisch ein Fisch aus Glas und Metall.

Amsel

Und die Amseln fressen sich an Beeren fett
(zur Freude der Katzen direkt am Esszimmerfenster).

Schaf

Währenddessen in Halle an der Saale…

Granatapfel

… blüht mein Granatapfel nach 2 Jahren Pause wieder.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Euer Tinschen