Samstag, 13. Dezember 2014

Tinschens beste Tierbilder

Mai 2015:
Mein erstes Foto mit meinem neuen gebrauchten Teleobjektiv mit Charakter und ich bekomme gleich den mehrfach bestätigten knuffigsten Vogel der Welt vor die Linse: Die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)

Aegithalos caudatus Schwanzmeise

Ihrem Gesang könnt ihr übrigens hier lauschen.

April 2015:

Mein bestes Vogelfoto auf der Helgolandexkursion: Ein Basstölpel (Morus bassanus) bei ~100km/h Windgeschwindigkeit auf dem Anflug auf sein Nest. Ich hätte ihn gerne beim Fischfang gefilmt aber wegen Sturmtief Niklas durften wir leider nicht mit dem Forschungsschiff Utthörn auslaufen.

Basstölpel Tief Niklas

Und hier noch einer der Gründe, warum die Viecher zurecht “Tölpel” heißen Zwinkerndes Smiley

Basstölpel kackert

Januar 2015:
Ich habe mir vor einiger Zeit zwischen meine beiden Zimmerfenster einen Ast gebunden und ihn mit Vogelfutter ausstaffiert. Da die Konstruktion bei dem ausgiebigen Rumgeturne seiner Gäste hin und wieder ans Fenster klopft, habe ich mir damit zum einen einen sehr zuverlässigen Wecker gebaut. Zum anderen bekomme ich so hin und wieder auch ein gutes Vogelbild ohne ein Teleobjektiv besitzen zu müssen.

Kohlmeise Parus major

Kohlmeise Parus major

Bestes Tierbild 2014:

IMG_0089 Supergeil Pisauride

Lycosidae – oben Muddi, unten Brut in Gespinst. Aufgenommen Juni 2014 in Kroatien, Cisterna bei Bale.

IMG_0142 Kunstvolles Gespinst

Sonntag, 7. Dezember 2014

Vokabular aus der Züchtersprache

Lieber Leser, hier findest du ein Glossar diverser Begriffe die einem in der Genetik oder in der Züchtung über den Weg laufen können. Ich schreibe sie rein, wie sie kommen und nach dem Alphabet zu ordnen ist mühsam.
Wenn du also ein bestimmtes Wort suchst, drücke
Strg + F
und rechts oben wird in deinem Browser mit etwas Glück ein Schriftfeld erscheinen. Schreib da dein Suchwort rein und dann wird dir gezeigt wo überall das Wort vorkommt. Viel Spaß!
PS: Menschen machen Fehler und ich als in diesem Punkt sehr sehr menschlicher Mensch bin daher froh, wenn DU mich im Kommentarfeld auf Fehler hinweist. Dankeschön!

  • Linkage drag
    Wenn man ein bestimmtes Wunschgen aus einer Nutzpflanzensorte in seine eigene Züchtung einkreuzen will, kann man mit den klassischen Züchtermethoden fast nie einfach nur das Wunschgen übertragen. Man muss bei diesem Zusammenkreuzen in Kauf nehmen, dass die Bereiche um das Wunschgen auch Gene mit unerwünschter Wirkung beinhalten. Linkage drag ist also der Umstand, dass man beim klassischen Einkreuzen von erwünschten Genen immer auch unerwünschte Gene dabei hat. (Gentechnische Methoden wären da exakter, würde man sie erlauben)
  • Pyramidisierung
    Wenn man z.B. Resistenzen in eine Nutzpflanzensorte einkreuzen will und diese Resistenzen vertikaler Natur sind (also monogen und rassenspezifisch bezogen auf das Pathogen gegen das Resistenz erzeugt werden soll), dann muss man beachten, dass vertikale Resistenzen oft schnell vom Pathogen überwunden werden. Um die Dauer der Resistenz zu erhöhen, bietet es sich daher an, mehrere Resistenzen einzukreuzen. Wenn ein Resistenzgen ausfällt, bleiben dann weitere übrig, die das Pathogen aufhalten können. Der Begriff leitet sich vom Symbol der Pyramide ab: Die Pyramide (Gesamtresistenz) steht auf einer breiten Basis (aus Einzelresistenzen). Ein Wermutstropfen bleibt: Wenn man eine mit vielen Einzelresistenzen pyramidisierte Sorte anpflanzt und dem Pathogen präsentiert, kann es sein, dass dieses sich nicht nur ein Resistenzgen nach dem anderen anpasst sondern gleich mehrere gleichzeitig ausschaltet. Wenn dann plötzlich alle Resistenzen überwunden sind, sieht man doof aus der Wäsche. Denn dann sind plötzlich auch Sorten, die nur eines der hier verwendeten Resistenzgenen besitzen anfällig für das findige Pathogen.
  • Skelett-Karte
    Eine Skelettkarte ist eine Rekombinationskarte, die noch nicht viele Marker enthält. Zwischen den einzelnen Markern können noch mehrere Centimorgan liegen (eine gute Auflösung zwischen Markern sind 0,01-0,05 Centimorgan), die Skelettkarte kann nach und nach mit weiteren Markern abgesättigt werden.
  • Physikalische Karte
    Die Abstände zwischen den Genen/Markern auf einer physikalischen sind nicht wie cM relativ zur Rekombinationshäufigkeit sondern absolut in Basenpaaren angegeben. Sie wird u.a. mithilfe von BAC-Bibliotheken bzw. BAC-Contigs mit dem sogenannten Chromosome-Walking erstellt.
  • BAC-Contig
    In einer BAC-Bibliothek wird idealerweise ein Genom mehrfach auf unterschiedliche Weise zerschnitten und kloniert. So entstehen zwischen den einzelnen BACs verschiedener Schnittereignisse überlappende Enden. Ein Set von BACs, welches über solche überlappenden Enden wieder zusammengesetzt werden kann ist ein BAC-Contig
  • Pooling
    Aufteilung einer Anfangspopulation, eines anfänglichen Genpools in neue Genpools anhand von Merkmalen etc.
  • TILLING (Heteroduplex)
    Targeting Induced Local Lesions IN Genomes
    Eine Wildtyppopulation wird mit Ethylmethansulfonat (EMS) behandelt. Dieses bewirkt, dass eine Ethylgruppe an Guanin bindet, woraufhin dieses Ethylguanin nicht mehr mit Cytosin bindet sondern mit Thymin. Die DNA des Wildtyps sowie die DNA von so entstanden Mutanten werden zuerst getrennt amplifiziert und mit genspezifischen Primern mit einem Fluoreszenz-Tag versehen. Der Vorwärts- und der Rückwärts-Primer haben unterschiedliche Fluorophore gebunden, so dass zB das 3’ Ende des codierenden Stranges grün und das Ende des komplementären Stranges blau markiert ist. In der nächsten PCR kommen sie in dasselbe Reaktionsgefäß. Bei der Denaturierung verbinden sich dann auch Wildtyp-Einzelstränge mit Mutanten-Strängen. Durch die Mutation passen sie aber nicht 100% aufeinander. Die falschen Basen stehen quasi ein wenig aus dem DNA-Doppelstang heraus, bilden evtl sogar Schleifen. Das nennt man “Heteroduplex”. Solche Heteroduplices werden von einer Nuklease erkannt und geschnitten und zwar in 3’->5’ Richtung auf der Seite, wo die falsche Base herausragt (was zufällig ist). Auf einem Gel findet man Dank der Fluoreszenzmarkierung die richtigen PCR-Produkte wieder und kann durch variieren der Wellenlänge auch noch zwischen dem durch den Vorwärts- und dem durch den Rückwärts-Primer unterscheiden. Die ungeschnittenen PCR-Produkte finden sich “oben” (also bei den langen Fragmenten) wieder und entsprechen der Gesamtlänge des Produkts. Die geschnittenen sind dementsprechend kürzer und die Addition von grünen Banden mit blauen Banden, die wieder diese Gesamtlänge ergeben gehören zusammen. Über die Längen der geschnittenen Fragmente kann man schätzen, wo ungefähr die Mutation gesessen ist.
  • Allele-mining
    Mit Allele-mining sucht man in Genbanken nach Allelen von Genen, die eine veränderte Funktion haben. Man nutzt damit die natürliche Varianz von Genen aus, um vorteilhafte Allele für die eigene Züchtung zu finden.
  • Genome Zipper
    Syntenie ist der Umstand, dass halbwegs verwandte Arten ihr an sich unterschiedlichen Gene dennoch in der selben Reihenfolge und auf den gleichen Chromosomen sitzen haben, also strukturelle Ähnlichkeiten besitzen. Die Genome-Zipper-Technik ist von bioinformatischer Natur und setzt unterschiedliche Genome so zusammen, dass man sie quasi wie einen Reißverschluss zusammenlegen kann.
  • Markerabsättigung
    Wenn ein Marker leider nicht nur in der Nähe eines Kandidatengenes sitzt sondern z.B. auch in einem Retrotransposon vorkommt habe ich schlechte Chancen mein Kandidatengen in einer BAC-DNA-Bibliothek wiederzufinden. Dann bindet die Markersonde gleich an einen ganzen Haufen BAC-Klone. Was dann tun?
    Zum einen sollte man die Auflösung erhöhen, indem man sich eine größere Population ansieht.  Mithilfe eines Genome Zippers, der die Chromosomenstruktur verschiedener Arten vergleicht, kann man dann im Idealfall auf die ungefähre Position des Kandidatengens im untersuchten Organismus schließen. Da man dann ungefähr weiß, was für Marker um den Hauptmarker herum noch anzutreffen sind, kann man endlich die richtigen BACs wiederfinden und via BAC-Contigs die Sequenzen wieder zusammenbauen. Via TILLING, Komplementation oder RNAi kann man sich letzte Sicherheit verschaffen, dass man das richtige Gen gefunden hat. 
  • DAS-ELISA (Double-Antibody-Sandwich)
    Coating: Antikörper gegen das Antigen wird an die Platte gebunden. Überschuss abwaschen.
    Zugabe der Probe: Antikörper bindet Antigen. Überschuss abwaschen.
    Zugabe des Konjugats: Zweiter Antikörper bindet ebenfalls an Antigen. An ihn ist an ein Enzym, z.B. alkalische Phosphatase, gebunden. Überschuss abwaschen.
    Zugabe des Enzymsubstrats: Wenn konjugierter Antikörper an Antigen gebunden hat, setzt das konjugierte Enzym das Substrat um, wodurch es farbig wird. Die Reaktion ist quantitativ über einen Photometer messbar.
  • PTA-ELISA (Plate-Trapped-Antigen)
    Das Antigen wird an die Platte gebunden. Spezifischer Antikörper wird zugegeben, wenn das Antigen in der Probe vorhanden war, bindet er. Dann wird ein wie oben mit Enzym konjugierter Antikörper gegen den vorherigen Antikörper zugegeben. Nach Substratzugabe kann wieder gemessen werden.
  • Zinkfinger-Nukleasen oder TALENs – Prinzip
    Erstens: Ein Teil dieses Nukleasenkomplexes ist eine DNA-bindende Einheit. Die Aminosäuresequenz dieser Domäne passt in ihrer Sekundärstruktur genau auf Basen. Wenn man sich eine schöne Stelle im Genom ausgesucht hat, generiert man also eine solche DNA-Bindedomäne, die genau auf die Zielsequenz passt. Das geht heute alles schon mit einer entsprechenden Email an eine jeweilige Herstellerfirma.
    Zweitens: An der DNA-Bindedomäne hängt die eigentliche Nuklease. Diese Nuklease bzw. ihre Aktivität ist von zwei Bedingungen abhängig. Zum einen Muss die zugehörige Bindedomäne gebunden haben – sonst gibt es nichts zu schneiden. Zum anderen braucht es auf der gegenüberliegenden Seite der DNA eine weitere Nuklease.
    Man braucht also zwei DNA-Bindedomänen, wegen 3’->5’ eine von links und eine von rechts und an denen jeweils eine Nuklease.
    Wenn alles passt und die beiden Nukleasen sich am Ende gegenüberstehen und sich erkennen, gibt es einen Schnitt, einen Doppelstrangbruch.
    Das nutzt man entweder so wie es ist und schaltet ein Gen aus. Oder man sorgt dafür, dass der Bruch repariert wird damit evtl. eine kleine Mutation entsteht. Oder man fügt ein Genkonstrukt in die Lücke ein.

Montag, 1. Dezember 2014

Welche Arten von Resistenzen gibt es und wie kann man sie erfassen?

Nicht resistent

Wie man Resistenzen einteilen kann:

Zum einen gibt es die Nichtwirtstresistenz. Diese ist dann der Fall, wenn alle Genotypen und Sorten einer Art gegen alle Rassen eines Pathogens resistent sind. Wir haben eine vollständige Resistenz bzw. Immunität, die Pflanze wird nicht krank.

Wenn aber doch Krankheitssymptome auftreten, kann man zwei Schubladen aufmachen:

  • qualitative Interaktion:
    Eine qualitative Interaktion äußert sich in einer rassenspezifische Resistenz, die meist auf einem, maximal zwei Genen beruht.So eine rassenspezifische Resistenz wird auch gerne als vertikale Resistenz bezeichnet. Wer nach solchen Resistenzen züchtet, hat damit meist nicht lange seine Freude. Zwar hat man eine Zeit lang eine 100% Resistenz und damit keine Einbußen durch Krankheiten. Das Pathogen findet recht schnell einen weg, die Pflanze bzw. den Art, Sorte oder den Genotyp zu befallen. Dann muss ein neues Resistenzgen her.
  • quantitative Interaktion:
    Eine quantitative Interaktion äußert sich in einer partiellen Resistenz, auch gerne horizontale Resistenz genannt. Das bedeutet, dass rassenunabhängig die Pflanze gegen viele Erreger oder Erregerrassen ein Stück weit resistent ist – ein breites (horizontales) Band an Erregern wird toleriert. Sie zeigt Krankheitssymptome aber nicht so stark wie eine Pflanze/Art/Sorte ohne jegliche Resistenz. Derartige Resistenzen haben meist ihre Ursache in vielen Genen, sie sind oligo- oder polygen begründet. Wer auf diese Weise Resistenzen zusammenbaut und züchtet, erzeugt Sorten, die lange gegen eine Erregerklasse teilweise resistent sind. Die Einbußen durch die geringfügigen Krankheitsschäden werden meist durch die Vorteile einer Breitbandresistenz aufgewogen.

Eine vertikale Resistenz folgt dem sogenannten “Zickzackmodel”, bzw. der Gen-für-Gen-Hypothese. Das ist ein regelrechtes “Wettrüsten” der Pflanze gegen den Erreger.

Dabei besitzt der Erreger ein Gen, das codiert, wie das Pathogen seine Wirtspflanze angreift. Solche Gene nennt man Avirulenzgene.
Ist eine Pflanze voll anfällig, verfügt sie über keinerlei Rüstzeug gegen die Produkte des jeweiligen Avirulenzgens.
Eine resistente Pflanze dagegen besitzt ein Resistenzgen, welches das jeweilige Genprodukt des Avirulenzgens erkennen kann. Ist solch eine Erkennung erfolgt, kommt es meist zu einer Hypersensitiven Reaktion (siehe Exkurs) – bei horizontalen Resistenzen ist das aber nie der Fall!
Irgendwann kriegt der Erreger spitz, dass er bei einer Pflanze nichts mehr ausrichten kann – er muss sich etwas Neues überlegen.
In der Realität läuft das eher so ab, dass sich durch evolutive Prozesse nur der Erreger behaupten kann, der weiterhin oder wieder pathogen ist. Also passiert irgendwann ab dem Zeitpunkt, wo die Pflanze resistent geworden ist, eine Mutation im Genom des Erregers. Das Avirulenzgen wird verändert oder ein neues wird geschaffen.
Die Pflanze kennt dieses neue Avirulenzgen dann noch nicht und ist wieder anfällig. Dann überlebt wieder nur die Pflanze, die durch eine Mutation ihrerseits gegen das neue Avirulenzgen Resistenzgene gebildet hat uswusf!

Exkurs ins Pflanzen-Immunsystem:

Während der oben erwähnten Hypersensitiven Reaktion werden Abwehrenzyme gebildet, die Moleküle abbauen, aus welchen der Erreger besteht, z.B. bei Pilzen Chitin-auflösende Enzyme (Chitinasen). Weitere Enzyme bilden Moleküle aus der Klasse der Phytoalexine, die antimikrobiell und/oder antioxidativ wirken. Wieder andere Proteine und Moleküle werden in umliegende Zellen und Gewebe transportiert, um die Information “Erreger in Sicht!” zu verbreiten. Außerdem werden die Zellwände verstärkt.
In der Folge stirbt die infizierte Zelle und ein Bereich um sie herum ab, u.a. weil dann reaktive Sauerstoffspezies – bekannter unter dem Namen “freie Radikale” – und Ethylen (das Gas, was unreifes Obst nachreifen lässt) gebildet werden. Beide Substanzen fördern Seneszenz und Zelltod.

Ergebnis der Hypersensitiven Reaktion ist dann ein hässlicher Fleck auf dem Blatt – aber das ist immer noch besser als eine von Pilzgeflecht überzogene, matschige Pflanze!

Wie kann man Resistenz messen?

Zum einen kann man Resistenz schon auf genetischer Ebene detektieren mithilfe von Markern.

Dann kann man z.B. Pflanzengewebe unter abgeschlossene Atmosphären bringen und die Änderungen der Gaskonzentration messen. Dabei spielt Ethylen eine wichtige Rolle, das ja bei der hypersensitiven Reaktion freigesetzt wird.

Mit der ELISA-Methode können über Antigen-Antikörper-Reaktionen das Vorhandensein eines Erregers in der Pflanze nachgewiesen werden.

Sobald man ganze Organe, dann ganze Pflanzen und irgendwann ganze Felder nach Resistenz untersucht, wird meist optisch gemessen, wie stark der Befall ist und von welcher Art die Infektion ist.
Das macht man meist noch immer manuell, es gibt aber auch schon automatische Messsysteme.

Quellen: Wikipedia, http://www.jki.bund.de/, Miedaner: Resistenzgenetik und Resistenzzüchtung

Dienstag, 11. November 2014

Wozu ist Resistenzzüchtung bei Pflanzen gut?

Die Schaffung neuer Resistenzen ist die umweltfreundlichste und kostengünstigste Art des Pflanzenschutzes. Man muss dadurch weniger Pflanzenschutzmittel verwenden, schont natürliche Ressourcen wie Boden, Wasser und die Biodiversität in und um das Feld, der Verbraucher braucht sich weniger um “Gift im Essen” zu sorgen und der Landwirt hat ein geringeres Risiko eines Ertragausfalls durch Schaderreger.
Wer also nachhaltig landwirtschaften will, sollte in resistente Sorten investieren.

Resistenzzüchtung wird umso wichtiger, je mehr Symptome der Klimawandels in unseren Breiten einschlagen. Denn schon eine Temperatursteigerung ab 3°C kann zur Ausbreitung einer Schadinsektenart bis zu 1000 km nach Norden führen.
Denn dann ähnelt das neu erschlossene Gebiet für das Schadinsekt nicht nur mehr seiner alten Heimat. Erhöhte Temperaturen beeinflussen auch die Entwicklungsgeschwindigkeit der schon vorhandenen Schadinsekten sowie das Geschlechterverhältnis und das gesamte Populationswachstum. Wenn durch einen Temperaturanstieg die Vegetationszeit verlängert und die Winterruhe verkürzt wird, kommen auch pro Jahr mehr Generationen durch, die dann auch die komplette Saison aktiv sind und Schaden anrichten. Außerdem wird es durch erhöhte Temperaturen wahrscheinlicher, dass Schadinsekten ganz neue Pflanzen als Nahrungsmittel für sich entdecken.
Das ist nicht nur fatal im Fall von Fraßschäden, auch Viren können so länger und auf mehr verschiedene Pflanzen übertragen werden.
(Wichtige Beispiele für Schädlinge, die sich nach dieser Dynamik ausbreiten können sind:

Ostrinia nubilalisElateridae
Maiszünsler                                                         Schnellkäfer

Aelia acuminataPieris sp.
Getreidewanze                                            Kohlweißling
Plutella xylostellaAphidoidea
Kohlmotte                                                          Blattläuse

Aber nicht nur Schadinsekten reagieren auf erhöhte Temperaturen. Auch Bakterien und Pilze könnten sich dann besser verbreiten, besonders wenn zur erhöhten Temperatur auch eine hohe Feuchtigkeit dazukommt. Besonders Bakterien sind aber nur sehr schwer chemisch bekämpfbar.
PuccinialesErwinia amylovora
Roste                                                     Feuerbrand

Quellen: Wikipedia, http://www.jki.bund.de/

Mittwoch, 5. November 2014

Chilli-Käse-Ei-Brötchen (vegetarisch)

Frühstück

Zutaten (eine Portion):

1 Vinschgauer Roggenbrötchen (z.B. bei Penny) oder sonstige Brötchen mit wenig Weißmehlanteil
2 Streifen Butter
1 Scheibe Schalblettenkäse (Sorte egal, nach Belieben)
1 Ei
1 frische Chilli oder Jalapenoscheiben aus dem Glas – Schärfe nach Belieben
1 Teelöffel Meersalz
1 Prise Pfeffer

Das Brötchen auf beiden Seiten mit etwas Butter einschmieren. Auf die untere Seite die Scheibe Schmelzkäse legen – dabei die Ecken abreißen damit der Käse im Brötchen bleibt. Auf den Käse die Chillischeiben geben.
Brötchen für ein paar Minuten in den Ofen geben, so dass es knusprig wird und Butter und Käse zu zerlaufen beginnen.

In der Zwischenzeit: Am besten eine sehr kleine Pfanne erhitzen (oder in einer normalgroßen Pfanne eine runde Form etwa in der Größe des Brötchens mit hinzugeben. In der Pfanne sollte sich dann schon Öl befinden und ein halber Teelöffel Meersalz (normales geht auch, knackt aber nicht so schön).
Dann vorsichtig das Ei in die Pfanne geben, der Dotter soll intakt bleiben und sich idealerweise in der Mitte befinden.
Den Pfeffer und den Rest Salz auf den Dotter geben.

Wenn das Brötchen aus dem Ofen kommt und das Eiweiß auf der Pfannenseite leicht braun wird und auch sonst fest geworden ist, kannst du das Spiegelei in das Brot auf die Käse-Chilliseite geben.

Brotdeckel andrücken, so dass der Dotter platzt und sich auf dem Brötchen verteilt.

 

Mjammjamm: Reinbeißen, ist fertig!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Werbung in eigener Sache

Nebenbei erstelle ich Plakate gegen einen kleinen Obolus. Ich bin thematisch sehr flexibel und kann mich mittlerweile ganz gut an die Anforderungen meiner Kunden anpassen. Mein Hauptstil ist meist ziemlich bunt, frech, knackig. Ich tu mich aber auch mit seriös bis altbacken nicht schwer. Ich zeige euch mal hier eine Auswahl meiner Arbeiten:

Hier das aktuellste Werk, was demnächst in Herzogenaurach ausgehängt wird…

feurigesUMPS copy

UMPS Herzogenaurach

Die Power der UMPS umgesetzt in ein Plakat.

Musikschule Herzogenaurach

Zugegeben etwas überladen, aber dennoch ein Hingucker, der zum Entdecken einlädt.

Musikschule Herzogenaurach

Hier habe ich mich wieder in meine eigene Kindheit zurückversetzt und versucht, Lebensfreude und Verspieltheit ins Plakat fließen zu lassen. Ich denke das ist mir ganz gut gelungen Smiley

Concerto Ragtime

Alles zwischen dem roten und dem grünen Balken habe ich eigenhändig gezeichnet und texturiert.

Orange Plakat

 

 

 

 

Interesse?

Tritt mit mir in Kontakt via
Email: christina.staudigl@yahoo.de
Telefon: 015771918532

Ich freue mich über jeden Auftrag!

Dienstag, 23. September 2014

Pilzführung durch den Schönberger Forst 2014–Protokoll

Ablauf:
Beginn 10:15 am Waldhaus im Schönberger Forst bei Lauf an der Pegnitz.
Teilnehmer: 12 + Pilzsachverständiger Stefan Schneider
Einführung von Christina Staudigl in die Grundlagen des Pilzesuchens.
Als erstes Anschauungsmaterial liegen schon einige Pilze mit Namensschild aus.
Anschließend zieht die Gruppe in den Wald und bekommt von Stefan alle Pilze auf dem Weg erklärt. Manche Teilnehmer sammeln schon fleißig für das Abendessen. Danach noch letzte Fragen und Anmerkungen. Verabschiedung. Ein Teil bleibt noch um weitere Pilze zu bestimmen und zu fotographieren. Nach einer kurzen Stärkung erneuter Aufbruch in die Pilze zur Deckung des Eigenbedarfs. Rückkehr zum Waldhaus. Die Ausstellungspilze werden noch dekorativ auf eine Varietät der Schlehe aufgespießt. Ende der Exkursion.

Artenliste (Bilder teils neu, teils von 2013):

Klasse
Unterklasse > Ordnung > Familie

Ascomycetes
Pezizomycetidae > Pezozales > Helvellaceae (Lorchelartige)

- Herbstlorchel                Helvella crispa            giftig
    lappig aufgefaltet mit Scheinstiel und Scheinhut, weiß, knorpelig
=> früher galt sie als gekocht essbar, aber es kann zu Unverträglichkeiten kommenHelvella crispa
Pezizomycetidae > Pezozales > Pyronemataceae (Becherlinge)

- Eselsohr                Otidea onotica cf.        ungenießbar
    becherförmiger Fruchtkörper, gelblich bis bräunlich
Otidea onotica cf.

Basidiomycetes
Aphyllophoromycetidae >  Cantharellales > Cantharellaceae (Leistlinge)

- Pfifferling                  Cantharellus cibarius        essbar
    Goldgelb, Leisten am Stiel herablaufend und gegabelt, Geruch nach Aprikosen
Cantharellus cibarius
- Trompetenpfifferling             Cantharellus tubiformis        essbar
    Stiel und Leisten orangegelb, Hut braun, Stiel hohl
Cantharellus tubiformis
- Totentrompete             Craterellus cornucpoipides    essbar
    Schwarz bis grau (Standortfeuchte!), Stiel hohl, Fleisch biegsam
Craterellus cornucpoipides

Aphyllophoromycetidae >  Cantharellales > Sparassidaceae (Glucken)

- Krause Glucke                Sparassis crispa        essbar
    Badeschwammartig gefalteter Fruchtkörper, rosa - hellocker,
am Fuß von Kiefern
Sparassis crispa

Aphyllophoromycetidae >  Cantharellales > Clavariaceae (Korallen)

- 2 Arten von Korallenpilzen,
    die eine bis 5cm hoch, lang verzweigt, hellgrau
    die andere nur halb so lang, gabeliger, fleischfarben
=> Auswahl von 2013:
Clavariaceae

Agaricomycetidae > Boletales > Boletaceae (Röhrlinge)

- Maronenröhrling            Xerocomus badius        Cäsium!
    Fleisch stark bläuend, Kappe kastanienbraun, Röhren gelb
 Xerocomus badius
- Echter Rotfußröhrling           Xerocomus chrysenteron    essbar
    Hut filzig dunkelbraun, im Alter netzig aufreißend, Stiel am Grund rot
- Birkenpilz                Leccinium scabrum        essbar
    Kappe hellbraun, schmal-länglicher Stiel mit gräulichen Flocken
- Heiderotkappe               Leccinium versipelle cf.    essbar
    Hut hellorange, Stiel mit braunen Flocken, meist recht groß
- Flockenstieliger Hexenröhrling    Boletus erythropus        essbar
    Fleisch intensiv bläuend, Röhren rot, Stiel rötlich beflockt, Kappe dunkelbraun
- Sandröhrling                Suillus variegatus        essbar
    Hut trocken mit sandartigen Flocken, gelb-orange, Fleisch oft blauend
Suillus variegatus
- Kuhröhrling                Suillus bovinus            essbar
    Hut orange und klebrig, Poren weit und zusammengesetzt, im Alter sehr weich
- Gallenröhrling           Tylopilus felleus        ungenießbar
    Auf den ersten Blick wie Steinpilz, aber Poren rosa, Geschmack gallenbitter!
Tylopilus felleus

Agaricomycetidae > Boletales > Paxillaceae (Kremplinge)

- Kahler Krempling           Paxillus involutus        giftig
    Lamellen! herablaufend, Hut tellerartig, Hutkrempe eingeschlagen
=> Früher Marktpilz bis immer mehr Vergiftungsfälle bei übermäßigem Verzehr auftreten. Giftstoff reichert sich an und kann dann zum Tod führen.

Agaricomycetidae > Boletales > Gomphidiaceae (Schmierlinge)

- Kupferroter Gelbfuß            Chroogomphus rutilus        essbar
    Lamellen! zimtfarben herablaufend, Hut kupferfarben, jung mit Buckel, geruchlos

Agaricomycetidae > Agaricales > Agaricaceae (Champignons)

- Dünnfleischiger Anis-Champignon    Agaricus silvicola        (essbar)
    Hut und Stiel weiß, bei Verletzung leicht gilbend, Geruch nach Anis
=> Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Karbolchampignon (Agaricus xanthoderma) mit "Medizinschrankgeruch/Tintengeruch" und stärkerer Vergilbung


Agaricomycetidae > Agaricales > Lepiotaceae (Schirmlinge)

- Parasol                Macrolepiota procera        essbar
    Hut groß, braun, hell beschuppt, Stiel genattert mit verschiebbarem Ring
IMG_0981IMG_0980

Agaricomycetidae > Agaricales > Amanitaceae (Wulstlinge)

- Scheidenstreifling            Amanita sp.            (essbar)
    Gesamthülle, keine Teilhülle (kein Ring), Hut gerieft, kein Geruch
- Pantherpilz               Amanita pantherina        giftig
    herablaufender Ring, Kolle mit "Bergsteigersöckchen",
brauner Hut mit weißen Schuppen
Amanita pantherina
- Fliegenpilz               Amanita muscaria        giftig
    herablaufender Ring, Knolle mit mehreren Flocken-Gürteln,
Hut rot mit weißen Flocken
Amanita muscaria
- Perlpilz                Amanita rubescens        (essbar)
    Hut beflockt, er und Stielbasis fleischfarben, keine Bergsteigersöckchen
Amanita rubescens
- Grüner Knollenblätterpilz        Amanita phalloides        tödlich
    Hut grün ohne Flocken, Gesamthülle und Teilhülle, Geruch nach Kartoffelkeller
- Gelber Knollenblätterpilz        Amanita citrina            tödlich
    Hut weiß-gelb mit Flocken, Knolle weniger dick als beim grünen, selber Geruch
Amanita citrina

Agaricomycetidae > Agaricales > Coprinaceae (Tintlinge)

- Schopftintling            Coprinus comatus        essbar
    Hut lang zylindrisch, weiß, filzig beschuppt,
im Alter zu schwarzer Sporentinte zerlaufend
- Hasenpfote                Coprinus lagopus        unergiebig
    Hut im Alter zu Tinte zerlaufend, dünn, weiß mit dunkleren Linien


Agaricomycetidae > Russulales > Russulaceae (Sprödblättler)

- viele Arten von Täublingen (Russula sp.) werden entdeckt. Deren Bestimmung ist aber sehr schwierig. Als kulinarisch interessierter Pilzesammler muss man sich hier bis auf wenige Arten damit begnügen, dass alle essbaren Vertretbar bei der Geschmacksprobe mild schmecken.
Russula

- Fichtenreizker            Lactarius deterrimus        essbar
    trichterförmiger Hut gezont mit Grünanteilen, Stiel einheitlich, Karottengeruch
Lactarius deterrimus

- Edelreizker                Lactarius deliciosus        essbar
    trichterförmiger Hut mit welligem Rand gezont, Stiel grubig, hohl
Lactarius deliciosus

=> Alle Milchlinge mit orangeroter Milch sind essbar. (Fast) Alle Milchlinge mit weißer oder andersfarbiger Milch sind ungenießbar (scharf!!) oder giftig.

Agaricomycetidae > Tricholomatales > Tricholomataceae (Ritterlingsähnliche)

- Violetter Lacktrichterling        Laccaria amethystina        Cäsium!
    komplett violette Farbe die im Alter ausblasst, geruchlos, Lamellen unregelmäßig
Laccaria amethystina
- Hallimasch                Armillaria mellea        (essbar)
    brauner Hut gebuckelt mit gelbbraunen Schüppchen, Stiel mit Ring, Rhizomorphe
- Schwefelritterling            Tricholoma sulfureum        giftig
    schwefelgelb mit unangenehmen Schwefelgasgeruch, festes Fleisch
Tricholoma sulfureum
- Rötlicher Holzritterling    Tricholomopsis rutilans     ungenießbar
    gelber Hut mit purpurnen Schüppchen besetzt, immer an totem vergrabenem Holz, modriger Geruch und Geschmack
Tricholomopsis rutilans

Agaricomycetidae > Tricholomatales > Marasmiaceae (Schwindlinge)

- Violetter Rettichhelmling       Mycena pura cf.            giftig
    Geruch nach Rettich, geriefter Rand, schwach rosa Hutspitze heller als der Rand

Agaricomycetidae > Cortinariales > Cortinariaceae (Schleierlinge)

- Dunkelvioletter Schleierling        Cortinarius violaceus        essbar
    Dunkelvioletter Hut samtig, älter rostbraune Stellen, Stiel knollig, rostbraune Sporen färben die Ringzone ein
Cortinarius violaceus

Agaricomycetidae > Cortinariales > Strophariaceae (Träuschlinge)

- Grünspan-Träuschling            Stropharia aeruginosa        ungenießbar
    Grasartiger Geschmack, Hut und Stielbasis Grünspan-grün mit weißen Flocken

- Grünblättriger Schwefelkopf        Hypholoma fasciculare        giftig
    Lamellen schwefelgelb, Geschmack sehr bitter, gelber Hut mit oranger Mitte
Hypholoma fasciculare
 

Gasteromycetidae > Gasterales > Sclerodermataceae (Kartoffelboviste)

- Gemeiner Kartoffelbovist        Scleroderma citrinum        giftig
    dicke, ledrig-grobschuppige Hülle, stark saurer - gummiartiger Geruch
Scleroderma citrinum
- Dünnschaliger Kartoffelbovist        Scleroderma areolatum        giftig

Gasteromycetidae > Gasterales > Geastraceae (Erdsternartige)

- Gewimperter Erdstern            Geastrum sessile                            ungenießbar
    ocker/graubraun, Exoperidie mit 5-7 Lappen, Endoperidenöffnung mit gewimperten Rand
Geastrum sessile

Gasteromycetidae > Gasterales > Lycoperdaceae (Stäublinge)

Flaschenstäubling            Lycoperdon perlatum         essbar
    jung Gleba weiß, Hülle mit pulverigen Flocken, umgekehrt flaschenförmig
Lycoperdon perlatum

Literatur:

“Pareys Buch der Pilze” – Bon, Kosmos
”Grundkurs Pilzbestimmung” – Rita Lüder, Quelle&Meyer