Dienstag, 28. Mai 2013

Wandern im Altmühltal Mai 2013

Heute war ich mit meiner Schwester Anna und unserem Hund Idefix im Altmühltal unterwegs – im Gepäck: Aldi-Minisalamis, Geschmack Chilli, Spiegelreflexcameras und Wasser für den Hund – dieses Mal aber nicht im ansprechenden Plastik-Bierflaschenkleid.

1 Wanderroute Wir starteten nach einem guten Frühstück gegen 10:00 von zuhause in Eberswang und gingen bei strahlendem Sonnenschein nach Dollnstein. Dort machten wir einen Abstecher zum Edeka, weil die Anna ihre Haare falschgefärbt hatte und eine neue Färbung kaufen wollte. Nach dem Edeka verirrten wir uns ein wenig weil sich jemand sicher war, dass es einen direkteren Weg zur Grundschule geben müsste Zwinkerndes Smiley.

Wir wissen jetzt: Nein, den gibt es nicht! Also gingen wir wieder über die Hauptbrücke zurück. Am Beginn des Altmühlpanorama-Wanderweges machten wir bei ein paar Bänken Mittagspause und setzten dann unseren Weg nach Breitenfurt fort, wo wir dann zu allererst unsere Füße im eiskalten Wasser der reißenden Altmühl abkühlten. Anschließend beehrten wir das Breitenfurter Freibad mit unserer Anwesenheit. Dieses war wegen dem schlechten Wetter der Vortage für den Badebetrieb geschlossen, aber der kleine “Biergarten” zum Kiosk war heute dennoch geöffnet, so gönnte ich mir ein Bier und der Anna ein Colaeis. Danach ging es zurück nach hause, über einen, wie ich nun über Google Maps erkannt habe, recht großen Umweg Zwinkerndes Smiley - aber so kannte ich den eben noch aus meiner Kindheit, als wir noch mit dem Fahrrad ins Schwimmbad gefahren sind (abends ließen wir uns aus Faulheit dann immer mit dem Auto wieder holen – wieder bergauf war uns zu anstrengend). Kurz vor 17:00 kamen wir wieder zuhause an und hatten um die 13 Kilometer zurückgelegt (Google berechnet uns dafür ca. 3 Stunden, aber wir sind ja auch nicht pausenlos durchgerannt).

Ich habe die Wanderroute mit ein paar Zahlen bestückt, die die markantesten Stationen unserer Wanderung markieren sollen. Daran angelehnt folgen nun einige meiner Aufnahmen, die am jeweiligen Ort entstanden sind.

Station 1 (Auf dem Weg nach Dollnstein):

Die gemeine Hundszunge riecht ganz muffig nach Maus. Woher das mit der Zunge kommt? Vielleicht fühlen sich die reich behaarten Blätter ja nass so an wie der Namensgeber?

Der Wiesensalbei ist nicht so aromatisch wie der Gartensalbei, macht sich aber auch gut in z.B. Kräuterbutter. Der Salbei ist eine sogenannte Hummelblume. Landet nämlich eine Hummel auf der Unterlippe der Blüte, so löst sie einen Hebelmechanismus aus, der ihr den langen, im Bild links gut sichtbaren, Staubfäden auf das Hinterteil drückt und somit Pollen mit auf den Weg gibt.

Canis lupus familiaris ssp. "Idefix"

Idefix vorm malerischen Örtchen Dollnstein

Spinne im Wacholder

Diese hübsche Spinne fand ich beim Wacholderbeeren pflücken. Da ich keine Tierbestimmungsbücher dabei habe, kann ich leider noch nicht sagen, was für eine Spinne das ist.

Station 1 1/2 (in Dollnstein):

Dollnstein Randale

Die beiden Bilder ober- und unterhalb dieses Textabschnitts bescheinigen den Dollnsteinern nun vielleicht nicht die besten Grammatikkenntnisse aber auf jeden Fall einen guten Schuss Humor.

Ich habe fertig Dollnstein

Und bevor mir die Dollnsteiner jetzt sauer sind: Ich meins nicht böse, ich verschreib mich selber oft genug Zwinkerndes Smiley und ich weiß auch, von wem der Satz auf dem Bus ist Zwinkerndes Smiley.

Noch eine Anekdote: Als ich mit Idefix vor dem Edeka auf Anna wartete, sprach mich eine ältere Frau auf unser Hündchen an.
Sie: “Früher hab ich ja auch ganz viele Viecher gehabt.”
Ich: “Aja, und warum jetzt nicht mehr?”
Sie: “Die haben sie mir alle erschossen!”
Ich: “Hmmpf….”
Irgendwie kam das Gespräch dann nicht mehr so recht in Gang, glücklicherweise kam die Anna dann wieder raus Zwinkerndes Smiley

Station 2 (auf dem Weg nach Breitenfurt):

Müder Hund

Kurz vor Breitenfurt machte der Idefix schlapp und machte einfach ganz plötzlich ein ortwörtlich ausgedehntes Päuschen.

Nur mit einem Leckerlie und einer weiteren Schüsselladung Wasser ließ er sich zur Fortsetzung des unerwartet langen Gassi-Gangs überreden.

 

 

 

 

 

 

Nasser Hund

Auch wenn er auf dem Bild nicht allzu überzeugt guckt, so zeigte er sich doch dankbar für das kühle Nass zwischendurch und stürzte sich bis zu 4 cm tief in die aufgrund des mehrtägigen Dauerregens ziemlich angeschwollene Altmühl.

Wasserfrosch

Bevor wir unsere Schuhe wieder anzogen und das Stück vor zum Freibadeingang gingen, versuchte ich noch, diesen glitschigen Gesellen einzufangen. Ohne Kescher ging das aber ziemlich schwierig, weswegen ich ihn dann doch nur mit der Kamera einfing.

Station 3 (wieder nach hause):

Käfersex Der lange Aufstieg zurück auf den Berg wurde mit dem Anblick einer Marien-käfer-Unzucht belohnt. Mich verwirrt dabei ein wenig die verschiedene Punktanzahl der Beteiligten. Muss sich wohl um einen Akt der Hybridisierung handeln.

Carabus auratus

Auch dieser stattliche, etwa drei Zentimeter messende Kerl belohnte unser (oder zumindest meine) Mühen. Es handelt sich um einen Goldlaufkäfer. Eine Studie aus dem Jahr 2011 von den französischen INRA und BBSRC besagt, dass der Goldlaufkäfer wirksam Unkräuter in Schach hält und sollte daher unbedingt als Nützling gefördert werden.

Das war es auch mit unserer Wanderung. Ihr konntet nun ein wenig daran Teil haben. Ich hoffe, euch hat das Lesen auch ein wenig Spaß gemacht so wie uns unsere kleine Reise nach nebenan.

Liebe Grüße

Euer Tinschen

PS: Der Rest von Helgoland und meinem FÖJ-Jahr kommt hoffentlich bald. In letzter Zeit gab es so unheimlich viel zu tun, dass ich gar nicht mehr zur Ruhe komme um etwas niederzuschreiben – erschwerend hinzu kam dann vor zwei Wochen auch noch ein Ausfall meines Netbookladekabels. Ich tu mein Bestes!

Montag, 27. Mai 2013

Mahlzeit mit einer Katze

Wir sitzen beide auf dem Bett. In meiner Hand ein Teller. In dem Teller: Absolut nichts was einer Katze schmecken könnte. Nicht einmal der Geruch kann so anziehend sein, dass sie mir so auf die Pelle rückt. Ich lasse es auf einen Versuch ankommen und werfe ihr ein kleines Stück Fleisch, das ich von scharfen Gewürzen vorher freilutsche, herunter. Sie springt hinterher. Schnuppert. Dreht sich ohne weitere Probierversuche um, springt wieder zu mir aufs Bett und platziert sich neben dem Teller. Das Gemüse und den Reis kann sie auch nicht allzu attraktiv finden. Wer weiß, sie ist alt, vielleicht will sie ja milden Reis. Ihr werfe ein bisschen von dem reinen Reis wieder herunter. Sie schaut nur hinterher, bleibt aber ansonsten bewegungslos sitzen und guckt sofort wieder mich an. Nun gut. Ich esse weiter. Sie springt auf den Boden und probiert es doch nochmal. Schnuppern. Tatsächlich kurz reinbeißen. Dann lässt sie es doch wieder liegen, springt zu mir herauf und wird wieder aufdringlich. Was soll’s. Sie wird sowieso nichts anrühren, ich lasse den Teller herunter, so dass sie hineinsehen kann. Sie tut es, schnuppert, zieht dann desinteressiert die Schnauze wieder aus dem Teller, ohne probiert zu haben. Jetzt sollte Ruhe sein im Karton.
Weit gefehlt. Ein, zwei Bissen später fängt es erneut an. Die Katze muss wohl denken, ich hätte ihr beim letzten Mal die guten Stücke vorenthalten und äße nun außerhalb ihres Blickfelds wieder das gute Zeug. Ich halte ihr das Essen erneut unter die Nase. Missbilligung. Ein, zwei Bissen später erneute Aufdringlichkeiten. Katze! Denkst du, ich kann zaubern und machen bei jedem Bissen etwas neues in den Teller? Ich esse jetzt nur noch von so weit unten, dass sie mitverfolgen kann, dass das Essen sich nicht verändert, während ich es verspeise. Das hilft ein wenig. Ich bin fertig. Ich stelle den Teller erst einmal neben mich auf den Boden und lege das Stück Fleisch und das Stück Fleisch wieder hinein. Die Katze hinterher, Schnauze hin, vielleicht leckt sie kurz am Porzellan entlang. Nein, schmeckt immer noch nicht besser. Sie nimmt ihr Schicksal an und beschäftigt sich anderweitig.
Eine Viertelstunde später beschließt sie, dass sie das Zimmer verlassen will, scharrt mit der Pfote an der Tür. Ich springe nicht sofort, also beginnt sie zu randalieren. Sie findet in der Ecke eine alte Geschenktüte vom letzten Weihnachten, schlüpft hinein und kämpft gegen den Tütenboden. Ich stehe endlich auf, gehe zur Tür und mache sie auf. Die Tüte ist interessanter als die Tür, aus der sie eben noch verschwinden wollte. Ich mache mit Klopfen auf mich aufmerksam. Sie kommt aus der Tüte und sieht mich vorwurfsvoll an, weshalb ich so einen Lärm mache. Dann fällt ihr wieder ein, dass sie eben noch raus wollte. Auf dem Weg hinaus, macht sie einen Bogen zum Teller. Vielleicht schmeckt ihr der Inhalt ja jetzt. Nein, immer noch derselbe Fraß.
Und während ich genervt, die Tür aufhaltend, zusehe, dreht sie wieder um, hüpft aufs Bett, mümmelt sich in die Decke und schläft schnurrend ein.

Katze, du Clown!