Freitag, 19. April 2013

Exkursion nach Wilhelmshaven & Helgoland: 6. April

Um Punkt acht Uhr morgens traf man sich zum Frühstück am Speisesaal der Jugendherberge. Ich genehmigte mir zwei Scheiben Vollkornbrot mit Leberwurst und Cervelatwurst und eine Schüssel Joghurt mit Müsli (in dieser Konzentration: 80% zu 20%) sowie das rätselhafte rote Getränk aus dem Automaten.

Tote Mannshand - Tentakel

Danach ging es erst einmal zurück ins Labor, wo ich u.a. die Moostierchenkolonie, die ich euch schon am 5. April-Eintrag gezeigt habe, mit einem guten Bestimmungsbuch durchbestimmte. Bis ich am Ende bei der Art ankam, habe ich etwa eine Stunde dafür gebraucht, zwischen den einzelnen Stationen des englischen Bestimmungsschlüssels die Fachbegriffe zu googeln.

Eine kleine Kostprobe:

Loch (je nach Zweck ein anderes Wort) orifice, aperture, spiramina
Erhebung (in verschiedenen Ausprägungen) umbo, denticle
winzig, gering minute, marginal
verdecken (in ganz schlau) to obscure
herausragen (in ganz schlau) to project

Insgesamt schloss ich auch meine “Forschungsarbeit” an dem Bewuchs auf meiner Muschel (die ich aber nicht mehr gut bestimmen konnte, viel zu fragmentartig erhalten) ab und präsentiere euch nun meinen Hefteintrag:

Hefteintrag Muschelbewuchs

Nachmittags gingen wir dann endlich ins Felswatt. Vor zwei Jahren waren wir kurz nach einer Sturmflut auf die Insel gekommen, so dass der Weg bis zur Langen Anna von bis zu 1m hohen Algenbergen erschwert war. Auf dem Weg gibt es einige Stellen, wo einzelne, bis zu 1m hohe Steine herumliegen und es zwischendurch abwärts, wieder auf Strand-Niveau ging. Damals kam es also öfter vor, dass man keine Ahnung hatte, wohin man gerade seine Fuß setzt und –Schwupps -- man stand bis zu den Hüften in gammeligen Algen. Uns ist das zwar zum Glück nicht passiert, aber ich konnte das bei einer uns vorauslaufenden Gruppe einmal beobachten.

Helgoland Nordstrand April 2011

Im Bild oben seht Ihr, wie es am Nordstrand der Hauptinsel vor zwei Jahren aussah. Die Algen lagen wirklich teilweise über einen Meter hoch aufeinander und es stank bestialisch nach Schwefel-Wasserstoff-Gas (Das manche Algen als Fraßschutz anlagern).

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieses Jahr war der Weg zur Langen Anna ein Spaziergang, erst recht mit hohen Gummistiefeln und einer Wathose. Sicher sorgten die mit Grünalgen überzogenen Steine oder die Blasentang-Rasen immer noch hin und wieder für eine Rutschpartie, aber alles in allem war alles easy.

Das Thema im Felswatt heute sollten eigentlich Algen sein. Denn mit diesen sollten wir wieder Algenherbare herstellen und diese brauchen ein wenig Zeit. Sie müssen nämlich ein wenig anders als Landpflanzen gepresst und getrocknet werden.

Aus dem Plan wurde aber nichts oder nicht viel, denn uns erwartete am Strand eine andere Attraktion:

Drei Tote Seehunde. Ein noch gut erhaltener direkt in den Algen-Gezeitentümpeln, die anderen zwei hatten sich noch den trockenen Hügel zu den Felsklippen hochgeschleppt, bevor sie den Löffel abgaben. Denen hatten die Möwen auch schon recht eindrucksvoll die Augen ausgehackt.

IMG_0748 Seehund Forke klein

Da es illegal ist, sich an toten Seehunden und Kegelrobben zu vergehen, vermaßen wir den gut erhaltenen Seehund nur mithilfe unserer Forke und ließen ihn dann für die Möwen liegen Zwinkerndes Smiley.

Mithilfe von etwas natürlich abbaubaren Carminrot aus echten Läusen machten wir dann noch einige Färbeversuche mit den Gezeitentümpeln, um zu beweisen, dass das Wasser bei Ebbe abfließt.

Sobald die Flut wieder einsetzte, packten wir wieder zusammen, gingen zurück zum Labor und fanden anschließend in der Jugendherberge ausgezeichnete Rouladen vor – ich hätte nicht gedacht, dass die überhaupt irgendjemand mal so hinbekommen kann, dass sie mir schmecken.

Abends gingen wir dann wieder hinauf zum Vogelfelsen und beobachteten neben Basstölpeln, Trottellummen, Dreizehenmöwen und Eissturmvögeln auch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Ich hinterlasse euch mal ein paar meiner schönsten Aufnahmen von diesem Abend:

Oberland mit Düne

Helgoland abends

Westmole und Leuchtturm

Lange Anna bei Sonnenuntergang

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Labor ging ich total fertig ins Bett.

Es ist der 19. April, meine erste Woche Arbeit nach Helgoland ist rum. Ich habe seit dem letzten Blog Laichschnüre von der Erd- oder Wechselkröte, Wasserfrösche samt Laichballen und Bergmolche gefunden. Zuhause, fern vom Meer gibt es zum Glück doch auch immer wieder etwas zu entdecken.

Euer Tinschen

Dienstag, 16. April 2013

Exkursion nach Wilhelmshaven&Helgoland: 5. April

IMG_0700 Koffer

Nach einem ausgiebigen, wie schon in Kroatien schief beäugten Spaghetti-Bolognese-Frühstück erwartete ich freudig die Rückkehr auf die tollste Insel wo gibt. Auf der Fahrt nach Cuxhaven zur Alten Liebe (Der Fährhafen, von wo aus man nach Helgoland kommt) zeigte sich mal wieder, dass Navis das natürliche menschliche Orientierungsvermögen komplett ausschalten können. Trotz meiner Bekräftigungen, dass wir richtig sind und das Schild zur alten Liebe in wenigen Metern auftauchen würde, verweilten wir wegen dem Navi einigen Minuten auf einem Netto-Parkplatz. Wenn ich einmal wo war, weiß ich wo es hingeht (und bevor ich an einen neuen Ort komme, schaue ich mir in der Regel eine Karte an) und wurde auch bei der Weiterfahrt bestätigt dass es in Cuxhaven immer noch an der selben Stelle einen McDonalds gibt und kurz darauf die Alte Liebe ausgeschildert ist.

Christina Staudigl

Angekommen, schleppten wir unser Gepäck in die “Funny girl” und besetzten uns einige bequeme Sitzbänke unter Deck. Als die Fähre den Hafen verließ, beobachteten wir draußen, wie wie Cuxhaven hinter uns ließen.

Mit etwas Gegenwind und leicht flauen Mägen erreichten wir nach 2 Stunden endlich Helgoland. Es hatte sich bis auf die Baustellen im Hafen nichts verändert. Nur der Insel-Schlecker hatte in den letzten zwei Jahren eine Metamorphose zu einer “Edeka-Drogerie” durchgemacht.

Schlecker Helgoland

Außerdem hatte es tatsächlich auch Helgoland geschneit. Vor zwei Jahren hatte man uns erzählt, das wäre seit Ewigkeiten nicht mehr passiert. Jetzt schien es irgendwie total normal, keiner hat je was dazu gesagt.

Schnee auf Helgoland

Ostsicht aufs Oberland

Bevor es nach einem Zwischenaufenthalt im Labor tatsächlich an die Binos (Stereomikroskop mit vergleichsweise schwacher Vergrößerung) ging, bezogen wir noch eben oberflächlich unsere Zimmer. Leider konnte ich wegen Aufteilungsproblemen jetzt nicht mehr mit Tobi zusammen im Zimmer sein. Ich teilte nun ein Zweierzimmer mit unserer brasilianischen Austauschstudentin. Kaum hatten wir ein wenig in dem hellen, freundlichen Zimmer ausgepackt, mussten wir schon wieder einpacken.

Das andere Zweierzimmer nämlich war viel komfortabler. Mit eigenem Bad, Bullaugenfenstern in den “Kojen”, ohne nerviges Tageslicht und ganz besonders luxuriös: Keine extra Schallabgrenzung zum Gang, so dass man bei der Party draußen immer voll dabei ist. Besonders toll fand ich auch, dass mein Schrank zugesperrt war. Was man nicht alles für einen glücklichen Wolfgang tut. Der bezeichnete unser Zimmer den Rest der Exkursion auch liebevoll als “der Wandschrank”.  Aber nein, so schlimm fand ich das Zimmer nicht. So ein eigenes Bad hatte wirklich was für sich. Und wir waren direkt gegenüber von Tobis Zimmer.

Muschelschale mit Bewuchs

Endlich ging es ins Labor, wo wir uns über einen frischen Trätschen-Fang voll bewachsenen Nordseeuntergrunds hermachten. Ich nahm mir eine Muschelschale mit einem Bewuchs von Tote Mannshand, Dreikantwürmern, Seepocken und krustigen Moostierchen. Bis zum nächsten Tag sollte ich alles einmal abgezeichnet haben. Den Hefteintrag habe ich aber noch nicht abfotographiert, daher kommt Ihr in den Genuss meiner Binobilder:

Tote Mannshand

Escherella immersa

Zu Abend aßen wir ab sofort in der Jugendherberge. Wie zu erwarten, war das nicht gerade ein Hochgenuss. Was genau es nochmal am ersten Abend gab, habe ich verdrängt. Eventuell war es so etwas ähnliches wie Gulasch.

Nach dem Essen kamen wir wieder zurück ins Labor und hörten uns einen Vortrag an. Der ein oder andere blieb danach noch im Labor um seinen eigenen Vortrag vorzubereiten oder weil ihn der Trätschen-Fang so begeisterte.

Als ich ins Bett ging, schmückte ich noch mein Bullauge mit Tobis Kuschelrobbe Robbie. Dann schlief ich relativ gut ein.

Es ist der 16. April, mein zweiter Arbeitstag, seit ich wieder zurück bin. Gestern hatte ich noch eine richtige Helgoland-Depression. Das gab sich aber wieder, als ich nachmittags in unserem “Moorauge” Köcherfliegenlarven auf dem Tümpelgrund entlangkrabbeln sah. Ich muss mir demnächst ein schönes Plastik-Aquarium zulegen, irgendwo pH-Streifen klauen und mir vielleicht ein Bino aus dem Tierhaus ausleihen…

Euer Tinschen.

Sonntag, 14. April 2013

Exkursion nach Wilhelmshaven&Helgoland: 4. April

Nordseefische

Am 4. April besuchten wir eines der Schülerlabore des Museums Nationalpark Wattenmeer. Dort konnten wir unsere Fänge vom Vortag noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Das Labor war sehr zweckmäßig eingerichtet und in einzelne Stationen zu verschiedenen Themen eingeteilt. In der Museumsführung zwei Tage zuvor wurde uns bereits erklärt, dass dieses Labor magische Kräfte besitzt: Selbst die lautesten, undiszipliniertesten Schulklassen sollten hier in Ehrfurcht erstarren und sich in Lämmchen verwandeln und andächtig der Wissenschaft frönen.

Unsere glücklicherweise sehr gut zusammengestellte Studententruppe gehörte nun nicht unbedingt in diesen Typus. Aber auch bei uns stellte sich dieser Effekt ein. Allerdings fühlte sich der ein oder andere von den Arbeitsblättern etwas verapfelt, weil diese z.B. mit “Finde den Fehler” auf Anatomiezeichnungen den Zweck der Kinderbildung zu sehr offenbarten. Mich störte das allerdings nicht. Eines dieser Bildchen analysierte ich mit einer Kommilitonin sogar mit größtem Eifer. Den letzten Fehler haben wir leider trotzdem nicht entdeckt Zwinkerndes Smiley.

Leider schaffte keine der Gruppen alle Stationen, es waren einfach zu viele und man wollte sich ja auch ausgiebig damit beschäftigen und nicht nur durchhudeln. So kam es dazu, dass ich am Ende notdürftig alle Infoblätter zusammenfotographierte, um wenigsten später noch ein wenig davon zu haben.

Komische Vögel am Deich

Nachmittags bei Ebbe packte Manfred vier von uns Vogel-interessierten in den Bus und beförderte uns zum Schutzdeich des Südstrands von Wilhelmshaven. Zuvor hatten wir schon eine Einladung in sein Zimmer bekommen, von wo aus wir durch sein Stativ-Fernglas lugen konnten, was da außerhalb der Reichweite unserer Augen auf den Wattflächen los war.

An der Stelle, wo wir auf den Deich kletterten befanden wir uns dann um einiges näher. Tobi vergaß nur wundersamerweise seine Kamera samt Teleobjektiv. So konnte ich nur die Aktion dokumentieren.

Abends packten wir um. Am nächsten Morgen würden wir endlich nach Helgoland aufbrechen. Glücklicherweise brauchten wir nicht alles mitnehmen, unserer Zimmer in Wilhelmshaven würden die nächsten 10 Tage nicht an andere Leute vermietet und so konnten wir alles hier lassen, was wir nicht benötigen würden.

Zum Abendessen war Spaghetti Bolognese, Salat und Gemüse geplant. Gleichzeitig mussten auch die Reste der Vortage vernichtet werden. So wurden aus den restlichen Kartoffeln noch einmal Bratkartoffeln. Ich gehörte dieses Mal nicht zum Küchenteam, stellte mich aber freiwillig zur Verfügung. Irgendwie wurde ich dann zum Bolognese-Koch. Das Ergebnis mundete wohl allen Nicht-Vegetariern. Irgendwie habe ich sie auch total Gesellschaftskonform hinbekommen, 100% so, wie man sich diese Soße vorstellt. Zuhause hätte ich da noch jede Menge Zimt und Chillies hinein gehauen. Aber bei so großen Gruppen und dem Hintergrundgedanken, dass am nächsten Tag so wenig wie möglich weggeschmissen werden muss, unterließ ich dies.

Es ist jetzt der 13. April. Ich sitze auf dem Beifahrersitz neben Tobi auf dem Weg nach Hause, neben uns fliegt die Ausfahrt nach Dortmund und Hannover vorbei. Tobi hat gerade Marsimoto aufgelegt. Internet hab ich jetzt keins. Aber ich speicher mal ab.

Montag wieder Arbeit und ich hab garkeine Seesterne konserviert. Naja. Fänden die Kiddies wohl auch eher ekelig Zwinkerndes Smiley

Euer Tinschen!

Donnerstag, 11. April 2013

Exkursion nach Wilhelmshaven&Helgoland: 3. April

Sonnenaufgang RippelwolkenLeuchtturm Jadebusen

Am Morgen, noch vor Sonnenuntergang schloss ich mich unseren “Birdern” (Vogelvollfreaks) an, die entlang des Deichs nach neuen Vögeln Ausschau halten wollten.

IMG_0646 Möwen auf der StangeLiebesbeweise

Neben den obligatorischen Möwen, Krähen, Steinwälzern und Austernfischern entdeckten wir noch einige Stockenten und auch, frisch nach Ostern, ein Kaninchen samt Bau. Links seht ihr ein weiteres interessantes Phänomen: Silbermöwen, die wie ein Kunstwerk auf hintereinander angeordneten Balken dem Sonnenaufgang hinterhersehen.

IMG_0091 Hefteintrag Watt 1

Hier seht ihr meine Hefteinträge zum Vortrag des Vortages.

IMG_0092 Hefteintrag Watt 2

Am Nachmittag gingen wir nämlich noch einmal zum Museum, weil wir dort eine Wattwanderung bekommen sollten. Leider gingen wir nicht, wie man sich sowas vorstellt, weite Strecken über trockengefallenen Sand und Schlick. Wir blieben relativ nahe am Deich – viel weiter wären wir von unserer “Einstiegstelle” auch nicht gekommen. Dafür durften wir aber ein paar auf Schulklassen verschiedener Schularten zurechtgeschnittene Experimente machen.

Professionelles Planktonfischen Wir führten diverse Messungen durch, z.B. die Wassertemperatur und die Windgeschwindigkeit. Wir hielten Ausschau nach Schweinswalen. Wir fingen ein paar Garnelen, Plattfische und Plankton. Natürlich gruben wir auch einige der sagenumwobenen Wattwürmern aus. Danach ging es wieder zurück “nach Hause”.

Wir hatten vormittags von der Hafenmauer ein paar Proben genommen und untersuchten sie abends im Labor.

IMG_0675 Polychätenmix

Auf einem größeren Tunikaten fand ich eine hübsche Kolonie aus kleineren Tunikaten, die mir dadurch auffiel, dass sie blau schimmerten. Ein genauerer Blick und eine Nachfrage bei Wolfgang offenbarte, dass diese Tierchen sich kleine blaue und weiße Plättchen in den Mantel eingelagert hatten. Speziell bei den weißen handelt es sich auf jeden Fall um kleine Kristalle. Bei den blauen wahrscheinlich auch, vielleicht sind es aber auch Pigmente.

IMG_0683

Auf dem großen Tunikat befanden sich auch noch eine kleine Bryozoen-Kolonie (das Video davon kann ich mit meinen aktuellen Mitteln leider noch nicht bearbeiten und hochladen) und ein paar Glockentierchen. Hier meine Aufzeichnung dazu Smiley:

IMG_0093 Hefteintrag Tunikatenbewuchs (2)

Zu Abend grillten die neu ernannten Kombüsen-Chefs Nürnberger Würstchen und dazu gab es ausgezeichneten Kartoffel- und Feldsalat. Ich bekam sogar extra welchen ohne Mais.

Zum Einschlafen blätterte ich diverse Bücher und Heftchen durch, die etwas mit meinem erst jetzt gewählten Vortragsthema “Halophile Pflanzengesellschaften Helgolands” zu tun haben sollten (im Nachhinein: Nur eines brachte mir überhaupt etwas extra Information Zwinkerndes Smiley ).

Es ist der 11. April 2013. Dicker Nebel liegt über der Insel. Morgen geht es zurück nach Wilhelmshaven.

Euer Tinschen

Dienstag, 9. April 2013

Exkursion nach Wilhelmshaven&Helgoland: 2. April

Hauptprogrammpunkt war an diesem Tag die Besichtigung und Führung durch das Museum.

Tiefseeausstellung

Bevor wir mit der Führung begannen, gab es einen Vortrag zum Großthema Watt, mit dem Hintergedanken, den angehenden Lehrern unter uns möglichst anschauliche Unterrichtsmethoden zu zeigen. Dies äußerte sich darin, dass wir im Wechsel allerlei Aufgaben zusammen lösen mussten. So zum Beispiel sollten wir die Entfernung von Erde zum Mond mit einem aufblasbaren Globus und einem Tennis- oder Golfball durch bestimmte Aufstellungen im Raum schätzen.

Wallunge und -herz

Nach weiteren kleineren Quälereien bekamen wir dann endlich unsere Führung, wobei es dabei natürlich hauptsächlich eher um den pädagogisch-didaktischen Aspekt ging als um die Exponate. So besichtigten wir auch die beiden Schülerlabore des Museums. Diese können Schulen besuchen und dort sehr gut aufbereitete Versuche auf eigene Faust nachvollziehen. Der “Walraum” enthält ein Original Walskelett eines Pottwals, der in der Nähe gestrandet war. Unser Museumsführer hat persönlich dabei mitgewirkt, den Kadaver zu diesem eindrucksvollen Ausstellungsstück zu präparieren. Die Lunge und das Herz im Rippenbogen im Bild oben hat übrigens der berühmt-berüchtigte Gunter van Hagens für das Museum konserviert.

IMG_0068 Tafel Krabben pulen

Anschließend konnten wir noch beliebig lange durch das Museum streifen.

Am Abend war ich nicht im Labor sondern im Küchenteam. Auf dem Speiseplan stand “Bratkartoffeln mit Quark und Gemüse” für 20 Personen. Wie auf dem Schiff schälte die Mannschaft mit Helfern einen ganzen 5kg-Sack Kartoffeln. Statt für mehrere Stunden in Wasser kochten wir sie scheibchenweise in der Mikrowelle mit einem Dampfdeckel vor. Nach Staudigl-Art haute ich zusammen mit dem ersten Maat ordentlich Pfeffer drauf. Das Husten der Küchenmatrosen hinter uns ignorierte ich auf grausame Weise.

IMG_0070 Kapitän Tina

Das Endergebnis stellte die hungrige Meute nach deren Angaben mehr als zufrieden. In solchen Momenten denke ich dann wieder einmal darüber nach, doch irgendwann einmal ein Restaurant zu eröffnen – verwerfe das dann aber gleich wieder. So einen Stress tu ich mir doch nicht dauerhaft an! ^^

 

Es ist der 9. April 2013. Vorher hatte ich nie wieder Zeit ein wenig zu bloggen. Helgoland ist einfach zu aufregend!

Liebe Grüße von der Insel,

euer Tinschen!

IMG_0073 Kugelfisch Präparat

Donnerstag, 4. April 2013

Exkursion nach Wilhelmshaven&Helgoland: 1.April

Wilhelmshaven Kriegsschiff
Sonntag früh erreichte uns die Nachricht, dass wir uns warm anziehen sollen, denn es würden noch Eisschollen vorm Deich umhertreiben.
Montag gegen vier trafen aber tatsächlich wir bei strahlendem Sonnenschein in Wilhelmshaven ein.
Wir hausen im Moment in einer Einrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung direkt neben dem Meer, das im Form des Jadebusens Wilhelmshaven umspült. Wir erfreuen uns an einem eigenen Labor mit guten Mikroskopen, einem Seminarraum mit Beamer und einer eigentlich ganz gut zusammengestellten Küche.
Im Obergeschoss sind die Wohnräume, die man auch als freier Gastforscher mit ein bisschen Vitamin B für 6-10€ am Tag mieten kann. Also ich fühl mich hier ganz wohl!
Senckenberg Zimmer
Traditionshalber sind auch unsere Kuscheltiere Felix (Hund) und Robbie (Robbe) mitgereist. Den Ausblick finden sie ganz ok hab ich mir sagen lassen.
Felix und Robbie
Für Nicht-Biologen hat Wilhelmshaven aber soweit ich das mittlerweile beurteilen kann nicht allzu viel anzubieten. Militärfans finden eine hübsche Sammlung von Militärfahrzeugen (hauptsächlich Schiffe und Flugzeuge, siehe erstes Bild) vor. Für die Allgemeinheit recht interessant ist auch das biologisch-geologische Museum Nationalpark Wattenmeer (dazu mehr an Tag 2) und das Aquarium (das wir aber nicht besuchen werden). Zur Sommersaison fährt hier auch eine Fähre direkt zur schönen Insel Helgoland. Da wir aber im April hier sind, müssen wir zuerst nach Cuxhaven zur “alten Liebe”, einer anderen Anlegestelle von Helgoland-Fähren, fahren.
Steinwälzer
Vogelfreunde können hier auch ganz zufrieden sein, ein paar Sorten Vögel, wie zum Beispiel im Bild der Steinwälzer, kommen hier zur Zugzeit im April vorbei. Lach- und Silbermöwen treiben ebenfalls hier ihr Unwesen. Wir konnten mittlerweile auch Austernfischer, Kormorane, Blässgänse und Graureiher beobachten. Ein weiterer Gast im Jadebusen ist der Schweinswal. Mittlerweile wurde er von einigen von uns schon mehrfach gesichtet. Ich warte noch drauf.
Ich arbeite gerade daran, dieses Mal ein wirklich ausführliches Forschungs-Tagebuch zu schreiben. Hier ist für die Interessierten eine Zusammenfassung darüber, was Wilhelmshaven eigentlich für eine Stadt ist:
Hefteintrag Wilhelmshaven

=>eine sehr junge Stadt



=>Wirtschaftlich ein Sorgenkind


<= einzige Firma “Nordfrost”

=> Heute nur noch Deich und Marschwiesen
Bei Tag 2 werde ich euch etwas vom Museum vom Nationalpark Wattenmeer erzählen.
Ich schrieb dies am 4. April 2013 zur Mittagszeit.
Liebe Grüße aus Wilhelmshaven,
Euer Tinschen
Alexander Karnstedt