Dienstag, 25. September 2012

Eine Utopie

Aus dem Erlass des “Project Healthy Ocean Global” (PHOG), dem anhand des weltweiten Fischereinotstandes 2013, in dem weltweit die geringste Fangqote seit 100 Jahren festgestellt wurde, einstimmig von allen Ländern der Welt globale  Autorität über das Weltmeer zugestanden wurde.
Um zu vermeiden, dass weltweit alle essbaren Fische ausgerottet werden und sich die Ökologie des Weltmeeres komplett verkehrt, tritt folgende Regelung in Kraft:

§1 Globales Fischereiverbot: Fortan muss in einem regelmäßigen Abstand von fünf Jahren ein globales, einjähriges Fischereiverbot durchgeführt werden. Das erste Fischereiverbot beginnt am 1. Januar 2015 und endet am 31.Dezember 2015.

§2 Definition Fischereiverbot: Innerhalb dieses Jahres darf auf keinem Meer der Welt Fischernetze und Reusen jedweder Art oder eine Angel ins Wasser gelangen. Auch sonstige Fischereimethoden, z.B. das Harpunieren oder das unter Strom stellen von Meereswasser, um Fisch zum Verzehr abzutöten, ist verboten. Kein Mensch darf einem Meerestier etwas zu Leide tun oder ein Tier dazu abrichten, für ihn ein Meerestier zu fangen und zu töten.
§4 Definition Meer: Betroffen sind die fünf großen Ozeane: das Nordpolarmeer, der Atlantik, der Indik, der Pazifik und das Südpolarmeer. Ferner alle kleinräumigeren, salzhaltigen Gewässer wie die Nordsee, die Ostsee, das Mittelmeer, das Schwarze Meer, das Rote Meer, das Gelbe Meer, das Chinesische Meer, das Japanische Meer, das Karibische Meer.
§5 Weitere Geltungsbereiche: Außerdem gilt das Fischereiverbot für jegliche Binnengewässer, die natürlich entstanden sind und natürlich eingewanderte, vielleicht sogar endemische Tier- und Fischarten beherbergen.
§6 Ausnahmen: Ausnahmen von §2 stellt eine vierteljährliche Fangausfahrt zu wissenschaftlichen Zwecken dar, wobei jedes in Absatz §4 und 5 spezifizierten Gewässer befahren werden soll. Der Fang dient allein zur Feststellung des Ausmaßes des Erholung der Fischbestände und der Meeresökologie.
§7 Beschränkungen:  In den fünf Jahren zwischen den Fischereiverbotsjahren gelten Fischereibeschränkungen zur Menge und Art der Fischerei. Es ist untersagt, selbst bei starker Erholung der Bestände, mehr zu fischen als erlaubt.
Anhand der Erholung darf allerdings moderat (!) die erlaubte Menge erhöht werden. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass trotz allem nach jedem Verbotsjahr die Bestände und die ökologischen Bedingungen weiter verbessert werden oder ab einem bestimmten Punkt gleich bleiben.

§8 Versorgung der Bevölkerung mit den Gütern Fische und Meeresfrüchte: - Binnenaquakulturen extra dafür aufgefüllten Teichen etc. sind uneingeschränkt erlaubt für alle zur Züchtung geeigneten, essbaren Süßwasserlebewesen.
- Meeresaquakulturen 
zur Züchtung geeigneter, essbarer Salzwasserlebewesen direkt im Meer werden vereinzelt an geeigneten Stellen in geeigneter Größe erlaubt. Dabei dürfen bestimmte Grenzwerte für Fütterung und Antibiotikagabe der Zuchtschwärme nicht überschritten werden.
- Nach Auswertung der Forschungsergebnisse der wissenschaftlichen Fangausfahrten darf der Fang zur Finanzierung dieser Ausfahrten an Privatpersonen und Industrie öffentlich versteigert werden. Jegliche Überschüsse aus diesem Erlös, die nicht für die Ausfahrten benötigt wird, fließt in globale Hilfsprojekte wie z.B. der Versorgung von Menschen in Katastrophen- oder Hungersnotgebiete.
- Marine Nahrungsmittel, die in diesen fünf Jahren und auch noch in der Zeit vor dem ersten Eintreten des Fischereiverbots in Überfluss auftreten, dürfen ausdrücklich für das Jahr des Fischereiverbots aufgehoben werden. Diese Tiefkühlware (oder durch sonstige effektive Mehthoden haltbar gemachte Ware) darf während des Fischereiverbots legal verkauft werden.
Die Haltbarmachung, Lagerung und der Verkauf der Waren darf maximal auf Länderebene monopolisiert werden. Eine gesunde Konkurrenzsituation soll erhalten bleiben, so dass der Konsument nicht von willkürlicher Preiswahl gequält werden kann.
- Um eine Ausbeutung der Binnengewässer im Verbotsjahr zu vermeiden, muss jedes Land eine Anglerkartei verwalten. Die ausgebbaren Anglerscheine müssen eng begrenzt sein und dürfen nach dem Rotationsprinzip vierteljährlich weitergegeben werden. Die Vergabe eines Anglerscheins muss an eine staatliche Prüfung nach Fachwissen gekoppelt sein.
Die Prüfung beruht auf einem Punktesystem, mit dem die Eignung für den Angelschein festgestellt wird und enthält Fragen zur Systematik und Biologie der Fische, der Angeltechnik und zu den das Angeln betreffenden Gesetzen.
Um jedem den Zutritt zum legalen Angeln zu ermöglichen, leiht der Staat dem Angelscheinbesitzer bei Bedarf die Ausstattung. Die Teilnahme an der staatlichen Prüfung ist kostenlos, genauso wie eine staatliche Schulung mit begrenzten Plätzen.
Die privaten Angler dürfen zu ihrem Eigenbedarf einmal im Monat einen Tag lang an einem regionalen Gewässer ihrer Wahl (wenn regional, dann auch am Meer) mit maximal zwei Angelruten angeln. Der Eigenbedarf schließt die Versorgung der näheren Verwandtschaft und engem Freundeskreis mit ein. Kommerzielle Nutzung und Verwendung illegaler Hilfsmittel wird unter Strafe gestellt. Wer nachweislich an seinem einzigen Tag im Monat keinen einzigen Fisch fängt, ist berechtigt, einen Ersatztag zu beantragen.
- Die Bevölkerungen der Welt sollen regelmäßig durch staatliche Kampagnen dazu ermahnt werden, den Konsum dieser wichtigen Güter auf ein vernünftiges Maß einzuschränken.

§9 Aktive Bestandsaufbesserung: Spezielle Zuchtstationen sollen von bereits/immer noch stark gefährdeten Arten (alle im Wasser lebenden Tiere, auf die das zutrifft) in den Zwischenjahren geschlechts- und paarungsreife Tiere eingefangen und deren Geschlechtszellen gesammelt werden, auf das die Befruchtungsrate angehoben wird. Die schwimmfähigen Larven sollen größtenteils wieder ausgesetzt werden und wenn möglich in kleinen Zahlen zur weiteren Zucht verwendet werden, wobei darauf zu achten ist, dass immer wieder frische Gene aus Wildfängen eingemischt werden.
§10 Arbeitsplätze der Fischereiindustrie: Da im Verbotsjahr alle Berufsfischer dieser Welt arbeitslos sein werden, zahlen alle Länder dieser Welt entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten in einen Fonds ein, der den Fischern für das Jahr Nahrung und Unterkunft sowie die Instandhaltung ihrer Berufsausrüstung garantiert. Falls möglich, ist es den Fischern erlaubt, sich anderweitig für Geld zu beschäftigen ohne Abzüge an ihrer Grundfinanzierung.
Die direkten Verwalter und Verarbeiter der marinen Nahrungsüberschüsse sollen ebenfalls aus diesem Fonds Geld für Nahrung, Unterkunft und Instandhaltung der im Verbotsjahr nicht benutzter Einrichtungen erhalten, sobald die Vorräte aufgebraucht/verkauft sind. Es ist nicht zulässig, die Waren ohne nachzuweisende Nachfrage, Haltbarkeitsverluste oder finanzielle Not komplett abzuverkaufen, um schneller an die Grundfinanzierung zu gelangen. Wie den Fischern steht ihnen aber ein Nebenerwerb ohne Abzüge an der Grundfinanzierung zu.
Die Menge des zugesprochenen Geldes richtet sich nach den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten des jeweiligen Landes oder Teil des Landes und der Größe der Familie des Arbeitnehmers in der Fischereiindustrie.

§11 Strafen: Die verschiedenen Strafen für die jeweiligen Vergehen gegen einzelne Punkte des Erlasses entnehme man dem beiliegenden Strafkatalog.
Ziel dieses Erlasses ist die vollständige Rehabilitierung des Lebensraums Wasser/Meer und ihre darauf folgende Erhaltung für die zukünftigen Generationen. Die Länder der Erde gaben dem PHOG die Macht, den Erlass durchzusetzen. Das PHOG garantiert, ihre Erkenntnisse zum Stand der Dinge regelmäßig offenzulegen.Das PHOG gibt den Ländern der Erde die Möglichkeit, den Erlass zu hinterfragen und zu erweitern.
Hiermit endet meine Zukunftsvision. Der letzte Satz heißt übersetzt so viel wie “Kommentare erwünscht”, seid also herzlich dazu eingeladen, so zu tun, als wärt ihr eins der Länder, die PHOG hierfür autorisiert haben Zwinkerndes Smiley

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