Samstag, 22. Dezember 2012

Mein Oktober als FÖJ-ler (2. Teil: Die Arbeit)

IMG_0932Im ersten Monat habe ich natürlich hauptsächlich versucht, mich am Naturerlebnispfad und in der Schule einzuleben. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, das Gelände zu erkunden und die verschiedenen Stationen des Naturerlebnispfades zu entdecken.
Dabei hatte ich meistens Pflanzen- und Pilzbestimmungsbücher dabei, denn ich habe vor, eine möglichst komplette Artenliste aufzustellen, denn der Schönberger Forst ist wirklich ein artenreicher Wald. Allein was Bäume und Sträucher betrifft, könnte ein Anfänger stundenlang Bestimmungsbücher wälzen. Ich habe im Oktober folgende Arten gefunden (hier der Einfachheit halber nur mit deutschen Namen und teils auch nicht genauer spezifiziert, da ich im Frühjahr eh noch einmal genauer nachsehen will… und bei den Kräutern hab ich auch ein paar Sporenpflanzen versteckt ^^):
Bäume&Sträucher Stauden&Kräuter Pilze&Flechten
Birke Efeu Maronenröhrling
Brombeere Alant Birkenporling
Eberesche Arnika Birkenröhrling
Erle Brennnessel Buchen-Speitäubling
Faulbaum Frauenfarn Butterröhrling
Fichte Frauenhaarmoos Flaschenstäubling
Ginster Heidekraut Fliegenpilz
Hainbuche Kleinblütiges Franzosenkraut Gesäter Tintling
Hartriegel Kunigundenkraut/Wasserdost Glimmertintling
Hasel Schwarze Königskerze Grünblättriger Schwefelkopf
Heidelbeere Stinkender Storchschnabel Hallimasch
Kiefer Wald-Sauerklee Herbstlorchel
Lärche Wald-Schachtelhalm Kartoffelbovist
Robinie Wasserdarm Krause Glucke
Rotbuche Weidenröschen Kuhröhrling
Roteiche Milder Schwefelkopf
Stieleiche diverse Milchlinge
Tanne Schopftintling
Winterlinde versch. Steinpilze
Weißer Knollenblätterpilz
Ziegenlippe
Über den Pilzreichtum hatte ich ja bereits damals schon einen Blog geschrieben. Ein, zwei Mal habe ich mir ein paar Leckerbissen mit nach Hause genommen. Einmal habe ich aber für uns vier Mädels im Büro eine ausgezeichnete Mischpilzpfanne gekocht, für deren Inhalt ich kaum 2 Stunden suchen musste, um etwas über einem guten Kilo Pilze zu finden. Hoffentlich gibt es 2013 wieder etwas früher Pilze, damit wir das wiederholen können.
Voller Pilzkorb
Auch mit den Waldbesuchern habe ich mich bekannt gemacht, u.a. ein befreundetes Rentnerpärchen, dass öfter vorbei kommt um etwas Ordnung zu schaffen. Natürlich wussten sie auch ganz viel zu Schimpfen über Vorgänger, unordentliche Kinder und sonstige Leute, die Müll in den Wald schmeißen und randalieren. Ich gelobte Besserung.
Bald kamen die ersten Gruppen aus dem Kindergarten zu mir ins Waldhaus. Ich war nie ein sonderlicher Fan von Kindern, kannte ich doch hauptsächlich die Stadtdrecksschratzen und meine 10 Jahre jüngere Schwester (die, seit ich ausgezogen bin, viel angenehmer geworden ist ;D ). Aber meine Waldhauskiddies habe ich ratzfatz ins Herz geschlossen. Es bleibt einem aber auch nicht viel Wahl, wenn man fast von Anfang an mit Kuschelattacken bombardiert wird.
Baumgesicht
Diese Sympathie verfestigte sich wohl auch dadurch, dass eines morgens eine fremde Schulklasse auf den Bänken vor dem Waldhaus Geburtstag feierte. Ich unterhielt mich kurz mit der Lehrerin, um sicher zu stellen, dass ich nicht einen Termin verschusselt hatte – sie waren aber wirklich nur spontan für draußen da. Die Fenster waren bereits alle geöffnet und ich mühte mich noch damit ab, mit meiner noch nicht ganz ausgereiften Technik das Feuer zu entzünden.
Natürlich guckten die Kinder, alle so um die zehn Jahre alt, zum Fenster herein. Was sahen sie? Ein Haus im Wald, ein Feuer im Haus, eine Frau im Haus am Feuer. Da kam, was kommen musste:
“Schaut mal! Eine alte Hexe!”
Gekränkt, ich bin ja nicht mal 25 und sehe auch glaube ich nicht so alt aus wie ich bin, machte ich von innen die Fensterläden zu mit den Worten:
”Wer alte Hexe zu mir sagt, darf auch nicht ins Waldhaus reinschauen”.
Ich vergaß aber, auch das Fenster in meinem Büro zuzumachen, wo zudem auch noch die Fenster selber auf waren. Da hörte ich plötzlich auch noch ein:
”Lass uns da einsteigen und die alte Hexe ins Feuer schmeißen!”
Bevor sie wieder verschwanden, beschwerte ich mich noch einmal bei der Lehrerin und fühlt mich dabei, als wär ich schon mindestens 60.
Bis meine lieben Kindergartenkinder kamen, heckte ich Pläne aus, wie ich es denen heimzahlen könnte, falls die mal so ins Waldhaus kommen würden.
Ganz auf Hänsel und Gretel-Art natürlich.
Feuerchen
Am selben Tag erhielt ich von meinen Waldrentnern wenigstens noch das Kompliment, dass ich die gute Fee vom Waldhaus bin, das hob mein Selbstwertgefühl wieder ein bisschen aus dem Keller.
Auch am Reiterhof machte ich meine ersten Schritte. Zuletzt war ich als Kind mit einer Freundin einmal auf einem Pferd geritten, alles drum herum hatte ich noch nie gemacht. Mein Fazit bisher: Pferde sind nicht viel anders als Hunde. Sie sind vielleicht etwas bockiger, machen sich aber mindestens genau so oft dreckig und miefen dann. Man kann mit ihnen auch an der Leine gehen, ja richtig Gassi gehen. Auch sie können grinsen und beißen und sind genau so verschmust. Die Hinterlassenschaften liegen genauso überall herum (zumindest hier) – nur riechen sie nicht so stark.
Fury Weihnachten
Die letzte Oktoberwoche fiel mit den Herbstferien zusammen, also war keine Schule und ich musste nicht ins Büro sondern zu meinem zweiten Anleiter, dem Nordländer Zwinkerndes Smiley.
In dieser letzten Woche machte ich dann etwas, was mir als Kind/Jugendlicher verhasst war, ich aber, seit ich ausgezogen bin, wieder ganz gerne mache: Holz.
Im Holzschuppen vom Waldhaus waren noch einige stattliche Rundlinge, die wir abholten und dann spalteten. Zuhause hatte ich bis dahin nie gespalten, das war Papas Arbeit, genau wie das sägen an der Kreissäge. Seitdem darf ich anscheinend auch daheim alles machen - hätt ich doch bloß den Mund gehaltenZwinkerndes Smiley. Alles im Allem hatten wir dann nach zwei Tagen zwei frische Ster im Schuppen stehen. Was ich mittlerweile von unserem Verbrauch so mitbekommen hab, dürfte das zusammen mit der neusten Ladung mindestens bis nächstes Jahr um die Zeit noch reichen.
Sonnenstrahlen im Wald
Ein weiteres Mal wurde ich in diesem Monat noch frustriert. Zwei Wochen vor den Herbstferien hatte ich rundherum im Wald Moose gesammelt und auf dem Tastpfad eingepflanzt. Wenn es länger trocken war, habe ich es sogar gegossen und alles in allem sah es schön dicht und grün aus. Am Wochenende zu den Herbstferien aber waren wieder besonders nette Menschen auf dem Naturerlebnispfad unterwegs und rissen all das Moos wieder heraus und schmissen es um sich herum in den Wald. Wir überlegten, ob es nicht vielleicht einfach Tiere gewesen sein könnten, aber ein Taschentuch lag verräterisch neben dem Tatort. Ich zog in Betracht, es einer Genanalyse zu unterziehen. Aber ich komm ja nur noch so selten nach Erlangen.
Zuletzt in diesem Monat übergab ich noch meinem ersten Mieter den Waldschlüssel. Und so viel mehr hab ich gemacht, aber alles würde diesen Blog sprengen und schon den wird kaum jemand, der ihn anklickt bis hierher durchgelesen haben. Oder? ^^
Coming soon: Mein November Teil 1&2
Ansonsten, ich wünsche euch:
Guter Lutsch
Hier geht es weiter!
Teil 1 verpasst? Hier lang!

Freitag, 7. Dezember 2012

Mein Oktober als FÖJ-ler (Teil 1: Das erste Seminar)

Ich habe ja bereits einen Blogartikel über meinen ersten Tag an meiner Einsatzstelle erzählt. Heute hab ich mich dazu entschlossen, euch monatlich ein Update zu verpassen, was ich dieses Jahr alles so treibe.
Jeder machte ein Plakat ber seine Einsatzstelle
Eigentlich fing mein FÖJ-Jahr ja nicht mit Arbeit an sich, sondern mit einem Seminar an. Wir, die Gruppe Mitte, trafen uns hierfür in Kattenhochstadt, einem kleinen Dorf in der Nähe von Weißenburg. Neben diversen Kennenlernspielen, für die ich mich mit 24 (etwa sechs Jahre über dem FÖJ-Durchschnitt) etwas zu alt fühlte, blieb mir bei den unangenehmeren Aktivitäten noch im Gedächtnis, dass wir ein paar mehr oder weniger spirituelle Sitzungen hatten, z.B. eine Erdmeditation. Nach fast vier Jahren naturwissenschaftlichem Studium kann man mit sowas, zumindest in meinem Fall, einfach nicht mehr viel anfangen. Dass es nicht ganz ohne so etwas ablaufen würde, hatte ich aber auch erwartet, schließlich ist unser Träger, der EJB (Evangelischer Jugendbund), kirchlicher Natur. Passt also Zwinkerndes Smiley
Mehrheitlich war das 1. Seminar aber sehr angenehm. Das Essen war lecker und das nicht spielerische oder spirituelle Programm fand ich super. Eine Geologie-Studentin führte uns theoretisch wie praktisch in die Bodenkunde ein. Die erste Annäherung erfolgte direkt im Seminarhaus. Jeder hatte etwas Erde von seiner Einsatzstelle mitnehmen müssen und sollte dann mit destilliertem Wasser, einem pH-Streifen, Salzsäure und seinen eigenen Händen und Zähnen dessen Beschaffenheit untersuchen.
Mit dem Wasser befeuchteten wir eine Portion Erde an und prüften, ob sie sich zu einer Wurst formen ließ. Wenn das der Fall ist, bedeutet das, dass ein höherer Lehmgehalt vorliegt. Ob die Erde sandig ist, überprüften man wir, indem wir mal auf die Erde draufbissen. Wenn es in den Zähnen knackt und knirscht, ist Sand dabei.
Eine weitere Portion Erde lösten wir mit ein bisschen mehr destilliertem Wasser auf als beim ersten Mal und tauchten einen pH-Streifen hinein. Die meisten Böden lagen im basischen Bereich. Nur wenige, u.a. meiner waren eher sauer, bei pH 5.
In einem weiteren Test träufelten wir einige Tropfen verdünnte Salzsäure auf unseren Boden. Wenn es dann zu blubbern anfing, wussten wir, dass unser Boden recht kalkhaltig war.
Meinen Boden hatte ich von einer trockenen Stelle im Naturerlebnispfad, also aus dem Schönberger Forst. Wie eigentlich typisch in der Gegend um Nürnberg, war dieser Boden ziemlich lehmfrei (wobei wir im Wald dennoch mehrere sehr lehmige Stellen haben), dafür sandig, der Kalktest war negativ.
In der Nhe hab ich meine Erde geholt
Mehr Praxis gab es dann in Form einer Rally mit 5 Stationen an 5 verschiedenen Böden, wo wir die Tests von oben noch einmal durchführten und zwei weiteren: Wir checkten die Bodenhorizonte und machten einen Sickertest. Für den ersteren rammten wir einen Spaten viermal im Rechteck in den Boden und zeichneten auf, wieviele und was für Schichten wir zu sehen gedachten. Für den letzteren rammten wir wiederum eine große Dose ein gutes Stück in den Boden und gossen genau einen Liter Wasser hinein. Dann stoppten wir die Zeit, bis das Wasser versickert war. Je länger so etwas dauert, desto dichter ist der Boden. Der dichteste Boden auf der Rally war das auch wie erwartet ein Stück gut bewirtschaftetem Ackerboden.
Auf jeder Station notierten wir uns außerdem mit Bestimmungsbüchern bewaffnet den Bewuchs. Dabei ging ich meinen übrigen Gruppenmitglieder wohl zur Hälfte auf die Nerven und zur anderen Hälfte erschien ich ihnen als recht nützlich. Die meisten Pflanzen konnte ich sofort benennen (teils mit einem “Funfact” zur möglichen Verwendungszwecken), wenn aber nicht, gab ich nicht eher Ruh, bis ich herausgefunden hatte, was da vor mir stand.
Botanisch gesehen konnte ich auch bei weiteren Gelegenheiten dieser Woche nicht anders, als den Nerd rauszulassen. Sowohl beim Ausflug zum Landschaftspflegeverband bei Weißenburg als auch beim Besuch beim Biobauern rief ich jede Pflanze, nach deren Namen gefragt war und die ich auch kannte, aus. Rechtfertigend kann man aber sagen: Zum einen war ich wohl oft auch der einzige, der den Namen kannte und zum anderen freuten sich die jeweiligen Führer auch ganz doll, dass da wenigstens einer war, der die Pflanze noch kennt.
Fransen-Enzian
Diese beiden Ausflüge fand ich auch sehr interessant. Beim Landschaftspflegeverband sahen wir uns noch einmal die verschiedenen Horizonte bei verschiedenen Standorten an, so u.a. noch einmal einen Acker, einen Standort, der eher in Richtung Aue bis Sumpf ging und auch einen Kalktrockenrasen. Hier erfuhr ich auch, dass es in Deutschland vor 50 Jahren noch mindestens so viele Schafe wie heute Deutsche gab. Heute gibt es nurnoch wenige Millionen Schafe. Gegenden, die früher regelmäßig beweidet und gedüngt wurden, verwandeln sich daher immer mehr in Primärwald. Dadurch schrumpft natürlich der Lebensraum vieler schöner und/oder nützlicher Pflanzen, z.B. der des Enzians. Wir erfuhren, dass es in dieser Gegend, meiner Heimat, besonders viele verschiedene Arten Enzian gibt. In den Alpen, die man viel mehr mit dem Enzian in Verbindung bringt, gibt es im Vergleich dazu nur sehr wenige. Dies beeindruckte mich besonders, da ich noch am Wochenende davor bei mir zuhause an einer Stelle, wo regelmäßig Schafe weiden, einen Fransenenzian für mein Herbar eingesteckt hatte – zum späteren Bestimmen, da ich weder Fotoapparat noch Bestimmungsbuch dabei hatte. Mein Onkel erkannte die Pflanze als Enzian, meinte aber, das müsste ein ausgekommener Zier-Enzian sein. Tja, falsch Zwinkerndes Smiley
Bio-Babykatze
Außerdem besuchten wir wie gesagt einen Biobauern in der Nähe, der auch Ferien auf dem Bauernhof anbietet und einen kleinen Bauernladen betreibt. Auf seinem Hof erfreuten wir uns an den unglaublich zutraulichen Babykatzen und frisch geworfenen Ferkeln. Wir erfuhren, dass zumindest seine Legehühner hier ein sehr langes Leben hätten, da er sie, sobald sie nicht mehr allzu produktiv sind, nicht einfach schlachtet und zu Suppenhuhn verarbeitet. Dann zeigte er uns seine Felder. Auf einem davon hielt er einige Mutterkühe mit ihren Kälbern. Hierbei handelte es sich nicht um Milchvieh sondern eher um eine Zucht. Die Kälber oder alte Mutterkühe verkauft er hin und wieder auf dem Bauernmarkt zur Mästung oder Schlachtung. Zum Gras hinzu, dass diese wahren Freilandrinder auf der Weide finden, füttert er jeden Tag noch Heu.
Bio-Khe
BuchweizenEin Feld weiter zeigte er uns ein Feld mit einer Polykultur. Hauptsächlich baute er dort gerade Acker-Senf an. Auf dem Feld hatte er gerade eine Art Nematoden, die eine Kartoffelkrankheit auslösen. Der Acker-Senf gibt Stoffe in den Boden ab, die diese abtöten und damit das Feld nächstes Jahr wieder Kartoffeltauglich machen sollten.
Außerdem hatte er Buchweizen auf dem Feld, den er sich hin und wieder zum Eigenbedarf pflückt. Um den Nährstoffgehalt des Bodens zu verbessern, pflanzt er außerdem noch diverse Leguminosen/Schmetterlingsblüter wie Luzernen auf diesem Feld und auch wohlriechender Borretsch befand sich darauf. (Ich nahm mir von jeder Pflanze eine Probe für mein Herbar mit)Luzerne
Er erzählte uns außerdem, dass er nur mit einem kleinen Traktor übers Feld fährt, wenn er den alten Bewuchs als Dünger für den neuen durchpflügt. Lockerer Boden, der zusätzlich noch altes Pflanzenmaterial enthält, hält Wasser und somit auch Nährstoffe einfach besser. Zum Vergleich zeigte er uns ein Nachbarfeld, auf dem Kunstrasen angebaut wurde. Der Feldbesitzer führe dort immer mit einem Riesenteil von Traktor darüber, so dass der Boden mittlerweile ungefähr so dicht sei wie eine Asphaltstraße. Daher müsse er den Rasen viel Düngen und extra bewässern, denn Regen wird von Borretschdiesem Boden kaum aufgesaugt und schwemmt beim Abfließen die Nährstoffe vom Feld direkt wieder herunter.
Mit dem Maisfeld nebenan sähe es ähnlich aus. Bei diesem Thema angekommen, gab er ein Plädoyer gegen Genmais ab, dessen Pollen dann auf sein Bio-Feld fallen würden und seine Feldfrüchte (Mais baute er aber nie an) kontaminieren würden. Der Molekularbiologe in mir begann daraufhin eine Diskussion mit ihm, dass der in Europa verwandtenlose Mais auf sein Feld eigentlich garkeinen Einfluss ausüben könne. Die Diskussion wurde aus Zeitgründen abgewürgt, aber wir kamen überein, dass Mais nicht ganz so schlimm sei, manche anderen gentechnisch veränderten Nutzpflanzen, z.B. Kartoffeln, die nicht so verwandtenlos seien, aber dennoch bedenklich sein könnten.
Lange Rede kurzer Sinn: Das 1. Seminar hat mir insgesamt sehr gefallen und mir auch die ein oder andere neue Erkenntnis eingebracht. U.a. auch, dass es Menschen gibt, die durch zwei Hauswände und mehrere Meter Garten hindurch schnarchen können.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Kürbislasagne–vegetarisch

Am 1. November habe ich Kürbislasagne gekocht und bisher nicht die Zeit und Muse gehabt, das Rezept niederzuschreiben. Die Idee, wie ich die Lasagne machen könnte, kam mir im Zug. Plötzlich war das Gelüst da und der Weg, wie ich dahin kommen könnte.

Also machte ich mich, nachdem ich die Zutaten beschafft hatte, ans Werk.

Ich wollte keine fertigen Nudelplatten nehmen, bzw. ich fand einfach keine in der Mini-Norma ums Eck und kaufte dann lieber Eier, Mehl und einen Bund Rucula.
Da ich keine Ahnung hatte, wie viele Schichten ich in meine Auflaufform hineinbekommen würde, orientierte ich mich einfach mal an einer Angabe für 4 Personen: 200g Mehl und zwei Eier sollten da angeblich reichen. Zuerst schlug ich die Eier in die Schüssel, dann streute ich eine gute Prise Salz und Pfeffer hinein sowie möglichst grüne getrocknete Kräuter, worunter auf jeden Fall Liebstöckl, Salbei, Dill und Kerbel waren. Für ein richtig frisches Grün versenkte ich letztendlich noch fast den ganzen Bund Rucula in die Schüssel und pürierte nach der Zugabe von einer schönen Portion Olivenöl ordentlich durch, bis mir das ganze ausreichend einheitlich grün erschien.
Nun gab ich die 200g Mehl und ein paar Esslöffel Grieß hinzu und wechselte vom Pürierstab zum Knethaken um. Sobald ein hübscher Klumpen zu entstehen begann, kratzte ich ihn zusammen mit den Resten am Schüsselrand zusammen und umwickelte das Ganze mit Frischhaltefolie. Der Teig sollte laut Standard-Nudelrezept etwa eine Stunde ruhen, damit er beim Ausrollen nicht so klebrig ist.

Nachdem der Nudelteig schon etwa 30 Minuten auf der Seite war, machte ich mich daran, den Kürbis zu halbieren und zu entkernen (die Kerne hob ich mal wieder auf, in der Hoffnung, am Ende doch noch essbare geröstete Kürbiskerne zu bekommen, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden). Den Rest des Kürbisses, übrigens Hokkaido, schnitt ich in grobe Würfel. Zusammen mit zwei grob gehackten Zwiebeln und Knoblauchzehen warf ich ihn in einen Topf mit siedendem Öl und ließ alles etwa zehn Minuten vor sich hinbraten – unter gewissenhaftem Umrühren versteht sich. Dann goß ich bis etwa zur Hälfte der Würfelhöhe Weißwein auf und leerte einen 100g Becher saure Sahne mit hinein und vermischte alles gleichmäßig mit dem Kochlöffel.

Während ich den Kürbistopf noch etwas vor sich hin köcheln ließ, damit der Kürbis auch ordentlich durch sein würde, holte ich den Nudelteig wieder aus dem Kühlschrank. Das bisschen nicht vollgestellte Arbeitsfläche unserer kleinen WG-Küche bemehlte ich, ebenso wie meine Hände und den Nudelteig, und legte mit dem Nudelholz los. Immer von innen nach außen, umdrehen, von innen nach außen, wenden, von innen nach außen, hatte ich irgendwann eine endlich leicht durchscheinende, nur wenige Millimeter dicke Teigfläche vor mir, die sich in schöne, auflaufförmige Lasagneplatten schneiden ließ.

Nun nahm ich den Kürbistopf vom Herd und pürierte ihn zu einem schönen, dicken Brei. Gleichzeitig brachte ich einen ordentlich gesalzenen Topf Wasser zum Kochen. Sobald es darin richtig rund ging, warf ich nach und nach immer maximal zwei Lasagneplatten in das Wasser, holte sie nach etwa zwei Minuten wieder heraus und legte sie auf ein sauberes Küchentuch.

Endlich war es so weit: Die Lasagneform konnte befüllt werden.
Die erste Schicht ist bei mir weder Nudel noch Soße sondern genauso wie die letzte Käse, da ich mir einbilde, dass man es so hinterher beim herausnehmen leichter hat, ein richtiges, ganzes Stück auf den Teller zu bekommen.
Auf den Käse allerdings kommt auch ein kleiner Schöpfer Soße für die Bindung.
Darauf folgten mehrere Schichten Nudel-Soße-Nudel. Etwa bei der Mitte legte ich aber in die Soße hinein noch dicht Tomatenscheiben mit drauf. Die letzte Schicht, optimalerweise war mir gerade da die Soße ausgegangen und auch die Nudelplatten gingen genau auf, ist bei mir eine Schicht Zwiebeln mit Creme fraiche. Traditionell kommt da zwar eine Bechamel-Soße drauf, aber erstens macht das meine Mama auch immer so. Und zweitens fand ich auch, dass geschmacklich die Creme fraiche dem ganzen eine, wie der Name schon sagt, frischere Note gibt. Die letzte Platte Nudeln drauf, noch einmal ein paar Zwiebelscheiben und den Rest Creme fraiche und dann gaaaaaanz viel Käse, ich glaube ich habe Emmentaler genommen. Sollte aber auch super mit Gouda, Edamer, Mozzarella usw. funktionieren.

Dann kam die Form für 20-30 Minuten in den Ofen bei etwa 180° und da bis dahin der Käse oben noch zu flüssig und kein bisschen angebräunt war, setzte ich nochmal 5-10min Grillstufe von oben hinterher.

Kürbislasagne

Fertig war meine Kürbislasagne. Mein Freund schlang sie in sich hinein als ob es keinen Morgen mehr gäbe und unsere Mitbewohner fanden sie auch super.

Ich, die ich seit Ewigkeiten keine Nudeln mehr selber gemacht habe, hab mir auch vorgenommen, das ab sofort öfter zu machen. Tja, nun ist das alles schon einen Monat her und das ist nicht passiert. Aaaaber der Vorsatz bleibt.

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und falls ihr diese Kürbislasagne nachkocht: Ich wünsche euch einen Guten Appetit!

Und zum Schluss noch einmal die Zutatenliste (4 Personen):
1 Hokkaidokürbis
2 Eier
200g Mehl
1 Bund Rucula
getrocknete Kräuter, Salz, Pfeffer, Olivenöl
1 Becher saure Sahne
~200ml Weißwein
2 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
1 Tomate
1/2 Becher Creme fraiche
~200g Reibekäse (Sorte egal, hauptsache schmilzt)
Kürbislasagne

Dienstag, 16. Oktober 2012

Pilzepilzepilzepilzepilzepilzepilzpilzpilz!

In früheren Blogs habe ich ja darüber geklagt, wie wenige Pilze es bei mir zuhause gibt. Jetzt arbeite ich ja praktisch im Wald. Noch dazu einem Wald, dessen Boden zwar hauptsächlich wie im Nürnberger Land typisch recht sandig ist, aber der auch viele lehmige Stellen aufzuweisen hat. Das heißt: Hier rauscht das Wasser nicht einfach nur so durch wie das in meinem Eichstätter Jura-Hochwald meist der Fall ist.
Schopftintling
Der Waldteil, in dem ich arbeite, besteht hauptsächlich aus Stieleichen und Hainbuchen sowie Kiefern und Fichten. Zwischendrin gibt es auch vereinzelte Anhäufungen von Buchen und hier und da auch der übliche Strauchbewuchs, z.B. Hartriegel und Faulbaum.
Kein Wunder, dass sich hier sehr viele verschiedene Pilze wohlfühlen!
Genug der Worte, es folgt eine kleine Pilzgallerie – Namen erfahrt Ihr, wenn Ihr mit der Maus über das Bild fahrt. Viel Spaß!

^essbar

^erzeugt Rauschzustände, soll von den Berserkern als Kampfdroge genutzt worden sein

^giftig
IMG_1034
Oben und unten sind Braunrote Milchlinge abgebildet. Warum er Milchling heißt, kann man sich spätestens beim unterem Bild denken. Bei Verletzung sondert er nämlich eine milchige Flüssigkeit ab, die ziemlich scharf-bitterlich schmeckt und die Haut pastellgelb verfärbt. Was roh schon so ekelhaft schmeckt, kann gekocht nicht anders sein. Giftig ist er allerdings nicht.
IMG_0973

^essbar aber wie alle Lorcheln selten. Also Einzelstücke immer stehen lassen und hoffen, dass es dann nächstes Jahr mehr gibt!

^essbar

^giftig

^tödlich giftig, schmeckt angenehm nussig

^minderwertig aber essbar.
Nun noch einmal ein paar wichtige Merksätze, wenn man in die Pilze geht:
1. Nachhaltig sammeln:
Einzelne Pilze immer lieber stehen lassen. Erstens kann man nur Pilze, die zu mehreren in verschiedenen Entwicklungsstadien stehen, wirklich sicher bestimmen. Zweitens stellt der Pilz als Fruchtkörper den Versuch dieser Organismen dar, sich fortzupflanzen. Wenn man nicht die Gier siegen lässt, sondern den Gedanken an die Zukunft, findet man im nächsten Jahr vielleicht mehr davon.
2. Nicht sinnlos zerstören:
Pilze sind wichtige Bestandteile des Lebensraum Wald. Manche spielen eine wichtige Rolle beim Nährstoffrecycling und manche helfen den Bäumen beim Wachsen. Nur weil ein Pilz giftig ist oder schlecht schmeckt, sollte man nicht einfach durch die Gegend rennen und solche Pilze mutwillig zerstören.
3. Wie man Pilze am besten sammelt:
Die meisten Pilzführer empfehlen entweder, den Pilz herauszudrehen oder ihn mit einem Messer abzuschneiden. Die schonendste Methode ist wohl die erstere. Denn der Fruchtkörper Pilz besteht aus zig eng zusammengedrängten Myzel-Fäden, von denen jeder einzelne mit dem Gesamtorganismus Pilz verbunden ist. Wird der Fruchtkörper mit dem Messer abgetrennt, öffnet man eine riesige Schicht Myzelfäden, die alle einzeln plötzlich der Umwelt und damit gefährlichen Krankheitserregern ausgesetzt sind. Dreht man den Pilz aus seinem Grundmyzelgeflecht, dass im Vergleich zum Fruchtkörper nur aus wenigen Fäden besteht, kann man die Angriffsfläche für Krankheitserreger viel kleiner halten. So sorgt man dafür, dass im nächsten Jahr mir größerer Sicherheit derselbe Pilz wieder wächst.
Ein Messer sollte man aber trotzdem mitnehmen. Denn beim Herausdrehen nimmt man oft noch viel Bodenstreu am Pilzboden mit, das man am besten schon im Wald entfernt. Auch sonstige Verunreinigungen oder Fraßstellen kriegt man so sparsamer schon im Wald ab und spart sich das Putzen zuhause.

Bemerkung zum Schluss:
Dieser Blog ist kein Pilzbuch. Wer damit in den Wald hinausgeht und dann aufgrund der mangelhaften Information etwas giftiges einpackt und verspeist, ist selber schuld. Pilzbücher gibt es in jedem Buchladen und jeder naturwissenschaftlichen Bibliothek. Ich übernehme keine Haftung Zwinkerndes Smiley

Montag, 8. Oktober 2012

Mein erster Arbeitstag als FÖJ-Praktikant

Das erste Mal seit langer Zeit bin ich heute um 6 Uhr Früh aufgestanden. Dass das tatsächlich so lange her ist, bekam ich spätestens am Ticketautomaten zu spüren. Beim Versuch meine Azubi-Monatskarte per Karte zu zahlen gab ich, total selbstsicher, drei mal meine Geheimzahl falsch ein. Karte gesperrt. In der Folge musste mein armer Freund dran glauben und mir mit acht Euro in Münzen aushelfen, da der Automat auch keine Scheine annehmen wollte. Als ich wieder zurück war, wollte das teuflische Ding aber auch keine Münzen mehr haben.
So schnell wird man zum Schwarzfahrer. Aber es ging ja nur um eine Station, wo ich dann endlich 3,90€ loswurde.
Mit fünf Minuten Verspätung kam ich in Lauf an, holte mein Fahrrad hinter der Garage meines Anleiters hervor und radelte los. Davon, dass es eine Abkürzung zu meiner Einsatzstelle in der Lebenshilfe gibt, erfuhr ich natürlich erst im Laufe des Tages, so dass ich etwa eine Viertelstunde zu spät ankam. Die Verspätung ist aber auch dem Umstand zu verdanken, dass ich viel zu selten Fahrrad fahre.
Nach diversen Förmlichkeiten und der Bestellung des Mittagessens – Ente mit Brezenknödel und Rotkohl – wurde ich zu meiner eigentlichen Einsatzstelle, dem Naturerlebnispark mit dem Waldhaus geschickt. Wieder aufs Rad. Mein Popo fühlt sich jetzt ziemlich blau an.
Bis zum Mittagessen besichtigte und photographierte ich so viel wie möglich, um eure Augen zu erfreuen.


Das Waldhaus wird von einem kleinen Dach voll Solarzellen mit Strom versorgt. Das Häuschen dazu dient als hübsche Aussichtsplattform. Die Hinterseite des Waldhauses beherbergt ein paar Trockentoiletten für das Bedürfnis zwischendurch. Trockentoiletten deswegen, weil das Ganze in einem Wasserschutzgebiet angesiedelt ist. Im Waldhaus gibt es ein kleines Bürozimmer für den FÖJ-ler, und ein kleines Ruhezimmer (weil dort eben z.B. auch behinderte Kinder zu Besuch kommen, die mal einen Mittagsschlaf extra brauchen). Außerdem gibt es einen Dachboden mit viel Werkzeug.



Das Waldhaus wird nicht nur von Schulklassen besucht, sondern kann auch für Feste gemietet werden. Dass es da keine Überschneidungen gibt, ist Teil meiner Aufgabe. Der Naturerlebnispfad besteht aber nicht nur aus dem Waldhaus, zu dem auch noch ein Obst/Gemüse- und ein Kräutergarten gehört: Außerdem gibt es noch ein Weidenlabyrinth, einen Tastpfad, einen Niedrigseilgarten und einen buchstäblichen Pfad durch den Wald mit vielen kleinen Stationen. Und das ist jetzt nur das, was ich heute geschafft habe.

Ein weitere Aufgabenbereich von mir wird sein, bei der sogenannten Hippotherapie mitzuhelfen. Wie genau das vonstatten gehen soll, weiß ich noch nicht. Aber es geht eben darum, dass die Kinder im Umgang mit Tieren richtig aufblühen. Bisher gab es nur einen Therapiehund in der Schule, aber durch große Spenden konnte in den letzten Monaten ein Reiterhof direkt daneben erbaut und eröffnet werden. Die Kinder können dann alles mit den Pferden anstellen, was von Striegeln über Füttern bis hin zum Reiten geht.

An diesem Schreibtisch werde ich in der nächsten Zeit die Waldhausbuchungen managen, ein Handbuch für zukünftige FÖJ-ler erstellen und ein Praktikumstagebuch führen. Außerdem werde ich dort gaaaaanz viele tolle Infotafeln für den Pfad zusammenbasteln. Damit ich auch schön in der Materie Biologie bleibe. Zwar nicht mehr sehr molekular aber immerhin.
Nach meinem zweiten Einsatz an der Waldhütte, wo ich ein wenig Freizeit hatte, die ich zum Pilze sammeln fürs Abendessen nutzte, lag auf meinem Schreibtisch direkt schon die erste Mietanfrage für das Waldhaus. Nach mehreren Versuchen, den Kunden wie gewünscht zurückzurufen, konnte ich ihm dann leider noch nicht allzu viele Antworten geben. Das hole ich aber dann morgen nach.


Tjo, dann gucken wir mal, wie’s weitergeht. Die Kiddies darf ich wohl demnächst mal zum Pilzesuchen im Rahmen der Erlebnispädagogik ausführen. Das kann ich für das nächste FÖJ-Seminar dann quasi schon mal üben.
Fazit:
Ist schon hart so früh aufzustehen und soooo viel Rad zu fahren, wenn man ein paar Jahre soooo wenig in die Richtung gemacht hat. Aber nach dem Jahr bin ich dann bestimmt suuuper fit und hab keinen Horror mehr vorm früh aufstehen Zwinkerndes Smiley
FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ FÖJ

Donnerstag, 27. September 2012

Ein kleines Rezept–gefüllte Auberginen vegetarisch

Ich habe gerade etwas sehr leckeres gegessen und deswegen kann ich nicht widerstehen, das Rezept aufzuschreiben.
Seit ein paar Wochen versuchen ich und mein Freund uns endlich (mal wieder) als Vegetarier. Auslöser war ein Horrorfilm auf dem Fantasy Filmfest, der bei ihm einen kleinen Klick ausgelöst hat.
Die meiste Zeit koche ich sowieso vegetarisch, so dass das keine allzu große Umstellung ist. Seit wir wieder 100% damit angefangen haben, habe ich auch wieder das ein oder andere neue Rezept ausprobiert,

Normalerweise mache ich gefüllte Auberginen ungefähr nach diesem Rezept. Diesesmal wollte ich aber das Ganze in vegetarisch haben.

Wo fangen wir damit an? Nun, aus was bestand denn die Füllung?
Dazu holt Ihr euch schöne Kichererbsen und weicht die mindestens 5-24 Stunden in Wasser ein, bevor es losgeht. Wenn diese Zeit herum ist, schüttet Ihr das Einweichwasser weg – es enthält nämlich unverdauliche Giftstoffe.
Jedenfalls füllt ihr als nächstes einen Topf mit Wasser, fügt 2 Esslöffel Kochsalz hinzu und kocht darin die Kichererbsen eine gute halbe bis ganze Stunde (je kürzer eingeweicht desto länger gekocht). Für die Beilage, die ich hinterher noch beschreibe, könnt ihr gleichzeitig auch schon mal Reis kochen. Für später könnt ihr auch schon eine Tomate, 1-2 Champignons und eine Zwiebel kleinschnibbeln.
Während Kichererbsen und Reis vor sich hinköcheln, könnt Ihr schon einmal die Auberginen vorbereiten. Ihr schneidet das Grünzeug ab und halbiert sie dann. Mit einem Löffel oder einem Messer höhlt ihr dann die Aubergine aus, so dass darin eine Kuhle für die Füllung entsteht. Das Fruchtfleisch nicht wegwerfen!
Dann bepinselt ihr die Aubergine mit Olivenöl und streut etwas Kardamon darüber. Anschließend stellt ihr die halben Auberginen in den Ofen bei 200°C Umluft, für etwa 20min. Wenn das weiße Fruchtfleisch etwas zu bräunen beginnt, sollten sie bereit sein.

Die Kichererbsen sollten nach der halben Stunde ähnlich wie Nudeln al dente sein und noch nicht breiig (breiig werden sie bei den vollen 24 Stunde - mach es wie Du magst). Gießt das Wasser ab und stellt die Kichererbsen erst einmal beiseite. (Und den Reis nicht vergessen vom Herd zu nehmen, wenn er fertig ist!)
In einer Pfanne erhitzt Ihr nun etwas Olivenöl, in das Ihr frisch gemahlenen Pfeffer, schwarzen Kümmel, Minze und, wer es scharf mag, Cayennepfeffer oder ein Stück gehackte, frische Chillischote tut. Sobald es anfängt zu duften, werft Ihr auch die Tomaten- und Champignonstücke hinein. Ein paar Zehen grob gehackten Knoblauchs können auch nicht schaden. Sobald die Champignons etwas angebräunt sind, bratet Ihr die Kichererbsen auch noch mit an.
Anschließend löscht Ihr das ganze mit einem guten Schluck Weißwein ab, ungefähr so viel, dass alles in der Pfanne damit in Berührung kommt und ein bisschen schwimmt. Dann fügt Ihr noch 2-4 Esslöffel Tomatenmark hinzu und verrührt alles miteinander (passierte Tomaten aus der Dose sind auch in Ordnung!).
Nun braucht ihr einen Pürierstab, anders bekommt man die Kichererbsen schlecht klein. Wenn die Pfanne recht flach ist, füllt die Masse besser in ein höheres Gefäß um. Püriert dann das Ganze und dabei immer gut aufpassen, dass der ganze Pürierstabkegel bedeckt ist, sonst sprenkelt ihr die Umgebung rot.
Wenn die Kichererbsen alle schön bröckelig geworden sind, ist es Zeit zum Abschmecken. Die Tomatensoße muss unbedingt auch etwas fruchtig schmecken und nicht nur sauer&salzig. Wenn dem also noch nicht so ist, gebt  Zucker dazu. Wenn zweiteres auch nicht so der Fall ist, noch Salz und gegebenenfalls Essigessenz dazu – maximal teelöffelweise.

In einer extra Pfanne bratet ihr noch die Zwiebelwürfel an und sobald sie glasig sind, mischt Ihr sie unter die restliche Füllung. Das macht sie schön saftig.
Die Füllung wäre jetzt fertig. Holt also die Auberginen her und befüllt sie damit. Oben drauf macht sich dann noch Feta ausgezeichnet. Das ganze kann noch einmal für etwa 20min in den Ofen bei 200°C Umluft.
In der Zwischenzeit könnt Ihr nun die Beilage vorbereiten, ein Risotto mit dem Auberginenrest, der beim Aushöhlen entstanden ist, sowie mit Champignons, beides in Würfeln.
Außerdem braucht Ihr dazu noch Gorgonzola. Den schmilzt Ihr zu allererst in einem guten Schluck Öl auf. Ein bisschen Pfeffer hineinmahlen. Sobald der Käse sich etwa zur Hälfte mit dem Öl verbunden hat, kommt das Gemüse mit in die Pfanne. Bratet es etwas an.
Zuletzt kommt noch der Reis mit in die Pfanne, gut vermischen und gerne noch so lange mitbraten, bis die Auberginen fertig sind.

Das ist der Fall, wenn die Füllung blubbert und der Feta entweder schmilzt oder anbräunt (oder beides ^^).
Nochmal die Zutaten zusammengefasst für 2 Personen:
Ein Pürierstab!
1 Hand voll Kichererbsen, halb eingeweicht
1 Aubergine
1 kleine Tasse Reis
2-4 Champignons (mittelgroß bis groß)
1 Tomate
1 Zwiebel
2 EL Tomatenmark
50-100ml Weißwein
50g Gorgonzola
3 Zehen Knoblauch
1 Prise Kardamon
1 TL Minze, Schwarzer Kümmel, frisch gemahlener Pfeffer
Olivenöl
Salz, Zucker, Essig nach Geschmack


vegetarisch gefüllte Aubergine
Aubergine mit Kichererbsenfüllung auf Gorgonzola-Reis



Guten Appetit Smiley

Dienstag, 25. September 2012

Eine Utopie

Aus dem Erlass des “Project Healthy Ocean Global” (PHOG), dem anhand des weltweiten Fischereinotstandes 2013, in dem weltweit die geringste Fangqote seit 100 Jahren festgestellt wurde, einstimmig von allen Ländern der Welt globale  Autorität über das Weltmeer zugestanden wurde.
Um zu vermeiden, dass weltweit alle essbaren Fische ausgerottet werden und sich die Ökologie des Weltmeeres komplett verkehrt, tritt folgende Regelung in Kraft:

§1 Globales Fischereiverbot: Fortan muss in einem regelmäßigen Abstand von fünf Jahren ein globales, einjähriges Fischereiverbot durchgeführt werden. Das erste Fischereiverbot beginnt am 1. Januar 2015 und endet am 31.Dezember 2015.

§2 Definition Fischereiverbot: Innerhalb dieses Jahres darf auf keinem Meer der Welt Fischernetze und Reusen jedweder Art oder eine Angel ins Wasser gelangen. Auch sonstige Fischereimethoden, z.B. das Harpunieren oder das unter Strom stellen von Meereswasser, um Fisch zum Verzehr abzutöten, ist verboten. Kein Mensch darf einem Meerestier etwas zu Leide tun oder ein Tier dazu abrichten, für ihn ein Meerestier zu fangen und zu töten.
§4 Definition Meer: Betroffen sind die fünf großen Ozeane: das Nordpolarmeer, der Atlantik, der Indik, der Pazifik und das Südpolarmeer. Ferner alle kleinräumigeren, salzhaltigen Gewässer wie die Nordsee, die Ostsee, das Mittelmeer, das Schwarze Meer, das Rote Meer, das Gelbe Meer, das Chinesische Meer, das Japanische Meer, das Karibische Meer.
§5 Weitere Geltungsbereiche: Außerdem gilt das Fischereiverbot für jegliche Binnengewässer, die natürlich entstanden sind und natürlich eingewanderte, vielleicht sogar endemische Tier- und Fischarten beherbergen.
§6 Ausnahmen: Ausnahmen von §2 stellt eine vierteljährliche Fangausfahrt zu wissenschaftlichen Zwecken dar, wobei jedes in Absatz §4 und 5 spezifizierten Gewässer befahren werden soll. Der Fang dient allein zur Feststellung des Ausmaßes des Erholung der Fischbestände und der Meeresökologie.
§7 Beschränkungen:  In den fünf Jahren zwischen den Fischereiverbotsjahren gelten Fischereibeschränkungen zur Menge und Art der Fischerei. Es ist untersagt, selbst bei starker Erholung der Bestände, mehr zu fischen als erlaubt.
Anhand der Erholung darf allerdings moderat (!) die erlaubte Menge erhöht werden. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass trotz allem nach jedem Verbotsjahr die Bestände und die ökologischen Bedingungen weiter verbessert werden oder ab einem bestimmten Punkt gleich bleiben.

§8 Versorgung der Bevölkerung mit den Gütern Fische und Meeresfrüchte: - Binnenaquakulturen extra dafür aufgefüllten Teichen etc. sind uneingeschränkt erlaubt für alle zur Züchtung geeigneten, essbaren Süßwasserlebewesen.
- Meeresaquakulturen 
zur Züchtung geeigneter, essbarer Salzwasserlebewesen direkt im Meer werden vereinzelt an geeigneten Stellen in geeigneter Größe erlaubt. Dabei dürfen bestimmte Grenzwerte für Fütterung und Antibiotikagabe der Zuchtschwärme nicht überschritten werden.
- Nach Auswertung der Forschungsergebnisse der wissenschaftlichen Fangausfahrten darf der Fang zur Finanzierung dieser Ausfahrten an Privatpersonen und Industrie öffentlich versteigert werden. Jegliche Überschüsse aus diesem Erlös, die nicht für die Ausfahrten benötigt wird, fließt in globale Hilfsprojekte wie z.B. der Versorgung von Menschen in Katastrophen- oder Hungersnotgebiete.
- Marine Nahrungsmittel, die in diesen fünf Jahren und auch noch in der Zeit vor dem ersten Eintreten des Fischereiverbots in Überfluss auftreten, dürfen ausdrücklich für das Jahr des Fischereiverbots aufgehoben werden. Diese Tiefkühlware (oder durch sonstige effektive Mehthoden haltbar gemachte Ware) darf während des Fischereiverbots legal verkauft werden.
Die Haltbarmachung, Lagerung und der Verkauf der Waren darf maximal auf Länderebene monopolisiert werden. Eine gesunde Konkurrenzsituation soll erhalten bleiben, so dass der Konsument nicht von willkürlicher Preiswahl gequält werden kann.
- Um eine Ausbeutung der Binnengewässer im Verbotsjahr zu vermeiden, muss jedes Land eine Anglerkartei verwalten. Die ausgebbaren Anglerscheine müssen eng begrenzt sein und dürfen nach dem Rotationsprinzip vierteljährlich weitergegeben werden. Die Vergabe eines Anglerscheins muss an eine staatliche Prüfung nach Fachwissen gekoppelt sein.
Die Prüfung beruht auf einem Punktesystem, mit dem die Eignung für den Angelschein festgestellt wird und enthält Fragen zur Systematik und Biologie der Fische, der Angeltechnik und zu den das Angeln betreffenden Gesetzen.
Um jedem den Zutritt zum legalen Angeln zu ermöglichen, leiht der Staat dem Angelscheinbesitzer bei Bedarf die Ausstattung. Die Teilnahme an der staatlichen Prüfung ist kostenlos, genauso wie eine staatliche Schulung mit begrenzten Plätzen.
Die privaten Angler dürfen zu ihrem Eigenbedarf einmal im Monat einen Tag lang an einem regionalen Gewässer ihrer Wahl (wenn regional, dann auch am Meer) mit maximal zwei Angelruten angeln. Der Eigenbedarf schließt die Versorgung der näheren Verwandtschaft und engem Freundeskreis mit ein. Kommerzielle Nutzung und Verwendung illegaler Hilfsmittel wird unter Strafe gestellt. Wer nachweislich an seinem einzigen Tag im Monat keinen einzigen Fisch fängt, ist berechtigt, einen Ersatztag zu beantragen.
- Die Bevölkerungen der Welt sollen regelmäßig durch staatliche Kampagnen dazu ermahnt werden, den Konsum dieser wichtigen Güter auf ein vernünftiges Maß einzuschränken.

§9 Aktive Bestandsaufbesserung: Spezielle Zuchtstationen sollen von bereits/immer noch stark gefährdeten Arten (alle im Wasser lebenden Tiere, auf die das zutrifft) in den Zwischenjahren geschlechts- und paarungsreife Tiere eingefangen und deren Geschlechtszellen gesammelt werden, auf das die Befruchtungsrate angehoben wird. Die schwimmfähigen Larven sollen größtenteils wieder ausgesetzt werden und wenn möglich in kleinen Zahlen zur weiteren Zucht verwendet werden, wobei darauf zu achten ist, dass immer wieder frische Gene aus Wildfängen eingemischt werden.
§10 Arbeitsplätze der Fischereiindustrie: Da im Verbotsjahr alle Berufsfischer dieser Welt arbeitslos sein werden, zahlen alle Länder dieser Welt entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten in einen Fonds ein, der den Fischern für das Jahr Nahrung und Unterkunft sowie die Instandhaltung ihrer Berufsausrüstung garantiert. Falls möglich, ist es den Fischern erlaubt, sich anderweitig für Geld zu beschäftigen ohne Abzüge an ihrer Grundfinanzierung.
Die direkten Verwalter und Verarbeiter der marinen Nahrungsüberschüsse sollen ebenfalls aus diesem Fonds Geld für Nahrung, Unterkunft und Instandhaltung der im Verbotsjahr nicht benutzter Einrichtungen erhalten, sobald die Vorräte aufgebraucht/verkauft sind. Es ist nicht zulässig, die Waren ohne nachzuweisende Nachfrage, Haltbarkeitsverluste oder finanzielle Not komplett abzuverkaufen, um schneller an die Grundfinanzierung zu gelangen. Wie den Fischern steht ihnen aber ein Nebenerwerb ohne Abzüge an der Grundfinanzierung zu.
Die Menge des zugesprochenen Geldes richtet sich nach den durchschnittlichen Lebenshaltungskosten des jeweiligen Landes oder Teil des Landes und der Größe der Familie des Arbeitnehmers in der Fischereiindustrie.

§11 Strafen: Die verschiedenen Strafen für die jeweiligen Vergehen gegen einzelne Punkte des Erlasses entnehme man dem beiliegenden Strafkatalog.
Ziel dieses Erlasses ist die vollständige Rehabilitierung des Lebensraums Wasser/Meer und ihre darauf folgende Erhaltung für die zukünftigen Generationen. Die Länder der Erde gaben dem PHOG die Macht, den Erlass durchzusetzen. Das PHOG garantiert, ihre Erkenntnisse zum Stand der Dinge regelmäßig offenzulegen.Das PHOG gibt den Ländern der Erde die Möglichkeit, den Erlass zu hinterfragen und zu erweitern.
Hiermit endet meine Zukunftsvision. Der letzte Satz heißt übersetzt so viel wie “Kommentare erwünscht”, seid also herzlich dazu eingeladen, so zu tun, als wärt ihr eins der Länder, die PHOG hierfür autorisiert haben Zwinkerndes Smiley

Freitag, 21. September 2012

Ich stand mal wieder im Wald 2

Eigentlich habe ich euch ja versprochen, noch einen letzten Teil Kroatienexkursion zu schreiben. Leider haben wir aber am letzten Tag keine Fotos geschossen und reiner Text ohne Bilder, in dem es dann im Grund nur drum geht, dass wir dieselbe Strecke zurück gefahren sind wie bei Teil 1 hin… muss ja nicht sein. Es ist sowieso nichts wirklich erwähnenswertes passiert.

Nur noch eins der Details, die ich unbedingt noch loswerden wollte:
Es gibt eine lustige Methode um zum einen herauszufinden, welches Geschlecht ein Seeigel hat (ohne ihn aufzuschneiden), und zum anderen um Seeigel zum Eigengebrauch zu züchten(wenn man Glück hat und ein Männchen und ein Weibchen findet). Dazu braucht ihr zuerst einmal am besten gute Handschuhe, am besten etwas härteres Leder. Zur Sicherheit für euch und den Seeigel solltet ihr ihn außerdem noch in ein Taschentuch wickeln. Dann kann es los gehen: Nehmt den Seeigel vorsichtig in die Hand und fangt an, ihn ganz feste zu schütteln. Aus einem bestimmten, nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft wohl frei auslegbaren Grund, wird der Seeigel nach einiger Zeit seine Geschlechtszellen abgeben. Wenn es ein Männchen ist, wird das Sperma in Form einer dafür ganz normalen, weißen Flüssigkeit sein. Ist es ein Weibchen, so wird es nach einiger Zeit dagegen kleine, aber gerade sichtbar große, etwas gelbliche Eier abgeben. Wenn ihr beides habt und neue Seesterne züchten wollt, gebt ihr einfach beide Sorten Geschlechtszellen in ein gemeinsames Gefäß mit Meerwasser (Wasser gelegentlich auffrischen) und wartet ab. Wer ein Mikroskop hat, kann sich dann immer mal wieder eine Probe nehmen und gucken, wie weit die kleinen schon sind.
Nun aber zum eigentlichen Thema, das der Titel andeutet.
4 Sekunden unglaubliche Action!
Wie versprochen haben wir uns in dem Wald aufgemacht, um Pilze und auch Schnecken zu suchen. Wir haben zwar die Spiegelreflex vergessen, aber meine kleine Canon Powershot ist ja auch nicht schlecht. In letzter Zeit hatte es hier etwas mehr geregnet und so fanden wir endlich wieder eine schöne Auswahl auch essbarer Pilze. Allerdings gelang uns das fast ausschließlich nur in einem Teil des Waldes, wo länger keine Bäume mehr gefällt worden waren. Hier war der Boden noch intakt, “aufgeräumt” und mit einer wunderschönen, feuchten Mooswiese bewachsen. Märchenhaft geradezu. An den meisten Stellen, wo dagegen mal ein forstwirtschaftliches Gerät drüber gerollt war und den Boden aufgewühlt hat, war dagegen bis auf wenige Ausnahmen tote Hose.
Ziegenlippe - Xerocomus subtumentosus
Einer der Pilze, die ihren Weg in unseren Korb fanden war die Ziegenlippe links im Bild. Den Namen hat sie von dem Umstand, dass die Oberseite ihres Hutes sich bei Trockenheit recht samtig anfühlt – eben so wie eine Ziegenlippe. Weitere gute Bestimmungsmerkmale sind die gelben Röhren und dass diese auf Druck nicht oder wenigstens kaum blau anlaufen, wie das beim Maronenröhrling der Fall wäre. Wie so ziemlich alle Röhrenpilze ist auch die Ziegenlippe essbar. Die einzige Ausnahme in dieser Gruppe bildet der Gallenröhrling. Leider ähnelt er sowohl dem Steinpilz als auch dem Maronenröhrling je nach Ausprägung recht stark. Wenn man Glück hat, erkennt man sehr leicht, dass seine Röhren eher rosa sind und sein Stiel mit einem Netz geschmückt ist. Wie wir am Folgetag leider feststellen mussten, hilft all dieses Wissen manchmal nicht, wenn man nicht auch noch den Geschmackstest gemacht hat. Der Gallenröhrling schmeckt nämlich schon roh sehr bitter. Ich fand einen, der noch sehr jung war, so dass die Merkmale recht schwach ausgeprägt waren und bestimmte ihn leichtfertig ohne Geschmacksprobe als Steinpilz.
Waldmistkäfer taut auf ;)
Insgesamt war unser Pilzergebnis aber wieder relativ ernüchternd. Ein Glück, dass wir nicht reguläre Waldbesucher sind, die damit dann schon fertig sind. Nein, wir waren ja außerdem extra zur Schneckenjagd angereist. Gut, anfangs schien auch das nicht allzu erfolgreich. Der Wald war stellenweise ziemlich trocken.
Insekten wie dem Waldmistkäfer oben im Video machte dies keine allzu großen Probleme, sie trafen wir recht gehäuft an verschiedensten Stellen im Wald. Was denen eher Probleme bereitete, waren wohl die schon recht niedrigen nächtlichen Temperaturen. Wir, recht früh dran für unsere Verhältnisse, mussten ihnen höchstpersönlich mit unserer Körperwärme Starthilfe geben.
Rote Wegschnecke - Arion rufus
Aber mit den ersten Pilzen kamen uns endlich auch Schnecken entgegen, beispielsweise gab es von diesen prächtig orangen roten Wegschnecken wahrlich mehr als Tobi jemals für seine Bachelorarbeit brauchen konnte.
Wir drehten so ziemlich jeden Stein und jedes Stück loses Holz um, wie das ein findiger Biologe auf Tierchensuche zu tun pflegt. Dabei fielen uns auch renntaugliche Regenwürmer wie im Video oben in die Hände sowie so einige Asseln und Tausendfüßler. Aber auch botanisch kann der Wald immer wieder aufs neue überraschen oder zumindest entzücken.
Gefleckte Taubnessel - Lamium maculatum
Zum Beispiel diese hübsche gefleckte Taubnessel, die feuchten, stickstoffreichen Boden anzeigt.
Weimoos - Leucobryum glaucum
Oder dieses sehr dekorative Weißmoos, das man am liebsten mit in seinen Garten nehmen würde.
Alle samstäglichen Pilzfunde wurden abends in ein schmackhaftes Omlett verwandelt.
Am Sonntag machten wir aus der Pilzsuche einen Familienausflug und besuchten zwei andere Wälder in der Nähe. Wie oben erwähnt fand ich dort aber nur den Gallenröhrling und ein paar mickrige Parasole. Mein Vater legte einen recht zerfressenen Butterröhrling mit in den Korb. Kaum genug für eine Person.
Um Tobi dabei zu helfen, neben nun all den Landschnecken auch Süßwasserschnecken einzusammeln, fuhren wir anschließend noch an einen Weiher. Wir umrundeten ihn einmal ganz, fanden aber nirgends eine Stelle wo man gleichzeitig gut rangekommen wäre und trotzdem auch Schnecken gefunden hätte. Auf dem Weg herum fanden wir auch einen Ablasstümpel, wo ich nichtsahnend auf eine kleine Erdkröte trat, die daraufhin ein fauchendes Geräusch abgab. Als ich mit einem schlechten Gewissen ein paar Meter weiter zurück trat, machte ich die nächste Entdeckung: Ein etwa halbes Kilo schwerer Steinpilz! Das Abendessen war gerettet (vorerst).
Fischweiher im Altmhltal
Zurück am Anfang unserer Umrundungsreise beschloss Tobi, dass es ja doch nichts half, legte seine Schuhe und seine Hose ab und stieg in das kalte Weiherwasser. Sein todesmutiger Einsatz – er wurde von aggressiven, zwei Zentimeter großen Fröschen angegriffen – wurde belohnt. Er fand viele Teichschecken in verschiedenen Größen, genau das, was er für seine Arbeit brauchte.
Zuhause angekommen stellten wir die Pilze für später in die Küche, nahmen in Fall von Tobi eine heiße Dusche und ruhten uns von dem doch etwa fünf Stunden schweren Trip aus. Abends, zu einem spontanen Verwandtschaftsbesuch, bereitete dann meine Mutter eine Pilzsuppe zu. Ja, keine Steinpilzsuppe sondern fatalerweise eine Suppe aus allen gefundenen Pilzen, die weder ich noch mein Vater noch einmal durchgeguckt hatten (wir sammeln aber normalerweise auch nie etwas, von dem wir nicht 100% wissen, was es ist).
Das Ergebnis war grauenvoll, niederschmetternd, frustrierend. Der kapitale Steinpilz komplett verdorben vom kleinen, unscheinbaren Gallenröhrling. Das geht einem beim Probieren nicht nur auf die Geschmacksnerven sondern auch nervlich an den Magen.
Aber hey, der tödlich giftige Knollenblätterpilz soll dagegen ausgezeichnet nussig schmecken. Da nimmt man gerne eine ungenießbare, aber dennoch ungiftige Suppe in Kauf! Nicht dass wir jemals einen Knollenblätterpilz einsammeln würden Zwinkerndes Smiley